CDU fürchtet Schachzug der Grünen – Merkel kommt zum Parteitag
Angela Merkel könnte 2027 ein politisches Comeback erleben – allerdings nicht als Kanzlerin, sondern als erste Bundespräsidentin Deutschlands. Wie die Bild berichtet, sorgt diese Spekulation in der CDU für Nervosität. Die 71-Jährige hatte nach 16 Jahren im Kanzleramt eigentlich ihren Ruhestand angetreten.
Grüne könnten Merkel nominieren
Der Hintergrund: Die Grünen könnten nach Informationen der Bild die Ex-Kanzlerin als Kandidatin für die Bundespräsidentenwahl vorschlagen. Das würde die CDU in eine heikle Lage bringen. Merkel ist bei Grünen-Wählern nach wie vor beliebt, gleichzeitig müsste CDU-Chef Friedrich Merz eine Kandidatin aus den eigenen Reihen kaum ablehnen können.
Die politische Brisanz ist erheblich: Merkel und Merz verbindet eine lange Feindschaft. 2002 entmachtete Merkel den damaligen Fraktionschef und verhinderte seine politische Karriere über Jahre. Merz wurde später zu ihrem schärfsten parteiinternen Kritiker.
Merkel hält Frau im Amt für überfällig
Merkel selbst hatte sich im vergangenen Sommer grundsätzlich offen für eine weibliche Bundespräsidentin gezeigt. „Noch nie war eine Frau im höchsten Staatsamt“, sagte sie der Neuen Osnabrücker Zeitung. Sie würde sich freuen, „wenn eine Frau die Nummer eins im Staat ist“. Allerdings betonte sie damals, sich in die 2027 anstehende Entscheidung nicht einmischen zu wollen.
CDU will vorpreschen
Wie die Bild berichtet, will die CDU nun schnell handeln und bereits jetzt eine eigene Kandidatin präsentieren. Im Gespräch seien Bildungsministerin Karin Prien oder Bundestagspräsidentin Julia Klöckner. Beide hatten sich bereits öffentlich für eine Frau im höchsten Staatsamt ausgesprochen.
Merkels Auftritt beim Parteitag
Eine Vorentscheidung könnte bereits am 20. Februar fallen. Anders als in den vergangenen Jahren wird Merkel am CDU-Bundesparteitag in Stuttgart teilnehmen – ihr erster Besuch seit 2019. Wie Tichys Einblick berichtet, ist das für viele in der Partei ein zweischneidiges Schwert. Manche sehen in der ehemaligen Kanzlerin ein „Maskottchen“, andere einen „Seuchenvogel“, der Unruhe bringt.
Ob Merkel dort ihre Wahlchancen ausloten will, ist reine Spekulation. Offiziell gibt es bislang keine Bestätigung für eine mögliche Kandidatur.
Wie funktioniert die Wahl?
Der Bundespräsident wird in Deutschland nicht direkt vom Volk gewählt, sondern von der Bundesversammlung. Diese besteht aus allen Bundestagsabgeordneten und einer gleichen Anzahl von Vertretern aus den Bundesländern. Der aktuelle Amtsinhaber Frank-Walter Steinmeier kann nach zwei Amtszeiten 2027 nicht mehr antreten.
Laut Wikipedia gibt es parteiübergreifend Stimmen, die eine Frau im höchsten Staatsamt fordern. Neben Politikerinnen der CDU haben sich auch Vertreterinnen von SPD, FDP und Grünen dafür ausgesprochen.
Ob aus den Spekulationen Realität wird, bleibt abzuwarten. Fest steht: Die Bundespräsidentenwahl 2027 verspricht spannend zu werden.
Credits: APA
Neueste Kommentare