Spektakulärer Polit-Wechsel in Graz: Ex-Blauer will für die NEOS antreten

Spektakulärer Polit-Wechsel in Graz: Ex-Blauer will für die NEOS antreten

Kurz nach der Ankündigung der vorgezogenen Gemeinderatswahl in Graz am 28. Juni sorgt eine Personalie für erhebliches Aufsehen in der steirischen Landeshauptstadt. Alexis Pascuttini, derzeitiger Klubobmann des „Korruptionsfreien Gemeinderatsklubs“ (KFG), will die politische Seite wechseln. Er hat sich für ein Mandat bei den NEOS beworben.

Überraschende Bewerbung bei den Pinken

Wie unter anderem die Kleine Zeitung und der ORF Steiermark berichten, landete die Bewerbung von Pascuttini kurz vor Fristende am Samstag bei den NEOS. Die Partei hatte Anfang Februar einen öffentlichen Aufruf für Kandidaten gestartet und dabei betont, dass eine Parteimitgliedschaft keine Voraussetzung für eine Kandidatur sei. Insgesamt gingen 31 Bewerbungen ein, die nun vom Landesteam geprüft werden. Pascuttini selbst bestätigte den Schritt gegenüber der APA und erklärte, er habe seine KFG-Kollegen bereits im Januar über seine Pläne informiert, nicht mehr mit ihnen anzutreten.

Von der FPÖ zum KFG und nun zu NEOS?

Pascuttinis politische Laufbahn ist von Wendungen geprägt. Nach seinem Ausschluss aus der FPÖ im Zuge des Finanzskandals gründete er den KFG, um, wie er betonte, für mehr Transparenz zu kämpfen. Als Grund für seinen angestrebten Wechsel zu den NEOS nannte er nun inhaltliche Überschneidungen. Seine Kernthemen wie Transparenz, ein sorgsamer Umgang mit Steuergeldern und Kontrolle seien bei den NEOS am besten vertreten, so Pascuttini. Er selbst sei ein sehr aktiver Gemeinderat mit über 600 Initiativen. Wie die Krone berichtet, strebt er keinen Posten als Spitzenkandidat an, sondern einen Platz hinter dem amtierenden Fraktionschef Philipp Pointner. Seinen Klubvorsitz beim KFG will er aus rechtlichen Gründen vorerst behalten.

Spott von der FPÖ und ein offenes Rennen

Während die NEOS die Bewerbung nüchtern zur Kenntnis nahmen und auf ihren mehrstufigen Auswahlprozess verwiesen, der eine öffentliche Online-Vorwahl vom 9. bis 16. März beinhaltet, reagierte Pascuttinis ehemalige Partei mit Hohn. Der FPÖ-Spitzenkandidat Rene Apfelknab zeigte sich schadenfroh und meinte, der „sogenannte Korruptionsfreie Gemeinderatsklub“ löse sich nun endgültig auf.

Ob Pascuttini tatsächlich für die Pinken ins Rennen gehen darf, wird sich am 21. März entscheiden. An diesem Tag stimmt die Mitgliederversammlung über die endgültige Kandidatenliste für die Graz-Wahl ab.

Quellen: oe24.at, kleinezeitung.at, steiermark.orf.at, krone.at
Credits: APA

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