Die Kollektivvertragsverhandlungen in der Sozialwirtschaft Österreich stecken fest, und die Gewerkschaften erhöhen den Druck. Von Dienstag bis Donnerstag finden österreichweit Streiks an 350 Standorten statt. Die Gewerkschaften GPA und vida fordern eine Lohnerhöhung von vier Prozent für die rund 130.000 Beschäftigten im privaten Gesundheits-, Pflege- und Sozialbereich. Die Arbeitgeberseite verweist auf begrenzte finanzielle Spielräume.
Hintergrund der Streiks
Bereits Anfang Dezember kam es zu ersten Arbeitsniederlegungen, nachdem die vierte Verhandlungsrunde ohne Ergebnis blieb. Laut Eva Scherz, Chefverhandlerin der GPA, seien die Beschäftigten bereit, auch im Jänner weitere Maßnahmen zu setzen, sollte es zu keiner Einigung kommen. „Die Streiks werden spürbar sein, aber die Gesundheit und Würde der Klientinnen und Klienten bleiben gewahrt“, betonte Scherz gegenüber der APA.
Arbeitgeber in der Defensive
Die Arbeitgeberseite, vertreten durch Yvonne Hochsteiner von der Sozialwirtschaft Österreich, zeigt Verständnis für die Forderungen, sieht jedoch keine Möglichkeit, diese umzusetzen. „Es geht nicht darum, was wir wollen, sondern was wir können“, erklärte Hochsteiner. Das letzte Angebot der Arbeitgeber sieht eine Erhöhung der kollektivvertraglichen Löhne um 2,3 Prozent ab April 2026 vor, was von den Gewerkschaften als unzureichend abgelehnt wurde.
Politische Reaktionen
Die Grüne Parteichefin Leonore Gewessler appellierte in einem offenen Brief an die Landeshauptleute, Kürzungen im Sozialbereich zurückzunehmen. Sie kritisierte, dass Einsparungen bei Sozialhilfe und Pflege den gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährden.
Ausblick
Ein Abschluss der Verhandlungen noch in diesem Jahr gilt als ausgeschlossen. Die Gespräche sollen im Jänner fortgesetzt werden. Bis dahin bleibt die Situation angespannt, und die Streiks setzen ein deutliches Zeichen für die Forderungen der Beschäftigten.
Quellen: oe24.at, derStandard.de, sn.at, noen.at, meinbezirk.at
Credits: APA
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