Sommerferien als Risikozeit: Bauer warnt vor Zwangsehen im Ausland

Sommerferien als Risikozeit: Bauer warnt vor Zwangsehen im Ausland

Rund 200 Mädchen werden in Österreich laut Schätzungen pro Jahr Opfer von Zwangsheiraten – besonders gefährdet sind sie in den Sommerferien. Familienministerin Claudia Bauer (ÖVP) reagiert mit einer Aufklärungsbroschüre für Schulen.

Ferien als Einfallstor für Zwangsehen

Im Ö1-Mittagsjournal hat Familienministerin Bauer aufhorchen lassen, wie heute.at berichtet. Mädchen würden besonders in den Sommerferien ins Ausland gebracht und dort zwangsverheiratet. Als typische Warnzeichen nennt Bauer in der neu erstellten Broschüre das Kontrollieren des Handys durch Familienmitglieder sowie fehlende oder vage Informationen über eine geplante Auslandsreise. Motive für Zwangsehen seien laut einer Kronen Zeitung-Einschätzung, auf die heute.at verweist, patriarchalische Familienstrukturen, wirtschaftliche und aufenthaltsrechtliche Überlegungen, die Aufrechterhaltung von Bindungen zum Herkunftsland sowie die Kontrolle über die Sexualität der Betroffenen.

Broschüre an Brennpunktschulen

Die Bundesregierung reagiert mit einer Informationsbroschüre, die laut heute.at an sogenannten Brennpunktschulen verteilt werden soll und zusätzlich auf der Homepage des Bundeskanzleramts abrufbar ist. Darin wird Mädchen erklärt, dass niemand sie zur Ehe zwingen, niemand ihren Körper verletzen oder beschneiden darf. Betroffene werden dazu angehalten, sich an Vertrauenspersonen zu wenden, bei diesen nach Möglichkeit Unterkunft zu suchen, eigene Dokumente an einem sicheren Ort zu verwahren und Nummern von Beratungsstellen und Behörden zu speichern. Als Anlaufstellen nennt Bauer laut heute.at das Frauenzentrum des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF), die Frauenhelpline gegen Gewalt, Rat auf Draht sowie Gewaltschutzzentren.

200 Betroffene, bis zu fünf Jahre Haft

In Österreich ist Zwangsheirat verboten – auch wenn sie im Ausland geschlossen wurde. Es drohen Haftstrafen von bis zu fünf Jahren, wie heute.at berichtet. Laut Schätzungen könnten jährlich rund 200 Mädchen in Österreich von einer Zwangsheirat betroffen sein.

Credits: BKA / Regina Aigner

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