Hollabrunn – Ein Schweinebetrieb im Bezirk Hollabrunn steht im Zentrum eines Tierschutzskandals. Mitarbeiter sollen Schweine misshandelt und sogar auf sie uriniert haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt, während der Betrieb Konsequenzen zieht.
Schockierende Enthüllungen durch Tierschutzvideos
Der Verein gegen Tierfabriken (VGT) hat mit verstörenden Videoaufnahmen einen Skandal ins Rollen gebracht. Die Clips zeigen, wie Mitarbeiter des Schweinebetriebs Schweine misshandeln – darunter der Einsatz von Schlagstöcken und Elektroschockern. Besonders schockierend: Ein Mitarbeiter urinierte auf die Tiere. Diese Szenen sorgten für Entsetzen, nicht nur bei Tierschützern, sondern auch in der Öffentlichkeit.
Betrieb reagiert: Entlassungen und Versprechen
Der Inhaber des Betriebs zeigte sich in einem Instagram-Video „schockiert“ und „persönlich betroffen“. Er kündigte an, alle notwendigen Konsequenzen zu ziehen, um das Tierwohl sicherzustellen. Die betroffenen Mitarbeiter wurden nach einer Suspendierung entlassen. „Wir setzen alles daran, dass solche Vorfälle nie wieder passieren“, so der Betreiber.
AMA unter Druck: „Bilder können wir nicht bestätigen“
Die Agrarmarkt Austria (AMA), die den Betrieb mit ihrem Gütesiegel ausgezeichnet hat, gerät ebenfalls in die Kritik. Obwohl der Betrieb erst vor wenigen Wochen von einem Amtstierarzt kontrolliert wurde, betonte eine AMA-Sprecherin, dass die auf den Videos gezeigten Missstände nicht bestätigt werden könnten. Weitere Stellungnahmen des Betriebs und des Betriebstierarztes sollen nun als Grundlage für Entscheidungen dienen.
Behörden und Kontrollen: Ein schwieriges Unterfangen
Die Bezirkshauptmannschaft Hollabrunn hat die behördlichen Überprüfungen des Betriebs abgeschlossen. Laut Bezirkshauptmann Karl-Josef Weiss werden Maßnahmen ausgearbeitet, die dem Betrieb vorgeschrieben werden. Weiss räumte jedoch ein, dass Missstände wie das Verhalten der Mitarbeiter bei Kontrollen oft nicht auffallen. „Solche Vorfälle sind schwer zu verhindern, selbst bei unangekündigten Kontrollen“, erklärte er gegenüber noe.ORF.at.
Kritik am System: „Schwarze Schafe gibt es überall“
Niederösterreichs Tierschutzlandesrätin Susanne Rosenkranz (FPÖ) äußerte sich ebenfalls zu den Vorfällen. Sie betonte, dass solche „schwarzen Schafe“ leider nicht vollständig auszuschließen seien. Besonders problematisch sei jedoch, dass der Betrieb mit dem AMA-Gütesiegel ausgezeichnet ist. „Hier ist besondere Sorgfalt gefragt“, so Rosenkranz.
Ein System unter Beobachtung
Der Skandal wirft ein Schlaglicht auf die Herausforderungen im Tierschutz und die Grenzen der Kontrollmechanismen. Während die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Korneuburg laufen, bleibt abzuwarten, welche Konsequenzen der Betrieb und die Verantwortlichen zu tragen haben.
Quellen: noe.ORF.at, Verein gegen Tierfabriken (VGT), Bezirkshauptmannschaft Hollabrunn, AMA
Credits: APA
Neueste Kommentare