Nach dem Besuch in Moskau reisten die US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner am Sonntag weiter nach Kiew, wo Präsident Wolodymyr Selenskyj sie persönlich empfing. Es ist der erste Besuch der beiden Amerikaner in der ukrainischen Hauptstadt seit Beginn des russischen Angriffskriegs.
Erster Kiew-Besuch nach mehreren Moskau-Reisen
Selenskyj teilte den Beginn des Gesprächs am Sonntag auf der Plattform X mit. Ein kurzes Video zeigte, wie er die beiden US-Unterhändler auf dem Platz vor der mittelalterlichen Sophienkathedrale begrüßte. Für Sondergesandten Witkoff und Kushner, den Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, war es die erste Reise nach Kiew im Rahmen ihrer Vermittlungsmission – nach mehreren Besuchen in Moskau seit Trumps Rückkehr ins Weiße Haus 2025 hatte das bei Selenskyj zuletzt für Unmut gesorgt. Bereits im April kritisierte er es als respektlos, wiederholt nach Moskau zu reisen, aber nicht nach Kiew zu kommen.
Putin lobt „komfortable Zusammenarbeit“
Am Vortag hatten Witkoff und Kushner in Moskau mit Kremlchef Wladimir Putin über mögliche Wege zur Beendigung des seit viereinhalb Jahren andauernden Kriegs gesprochen. Die Aufnahmen aus Moskau dürften in Kiew nicht gut angekommen sein: Putin erklärte, die beiden US-Vertreter genössen inzwischen das Vertrauen der russischen Seite, die Zusammenarbeit mit ihnen sei „komfortabel“. Witkoff selbst bezeichnete die Treffen mit Putin als eines der erinnerungswürdigsten Ereignisse für ihn überhaupt.
Wochenlange Verhandlungen im Vorfeld
Wie die „New York Times“ bereits im Vorfeld unter Berufung auf mit den diplomatischen Bemühungen vertraute Beamte berichtete, zogen sich die Verhandlungen über die Reise wochenlang hin. Die USA sollen dabei darauf bestanden haben, dass die Ukraine ihre Drohnenangriffe auf Moskau und die russische Energieinfrastruktur vorübergehend einstellt, solange sich Witkoff und Kushner in Russland aufhalten – im Gegenzug sollten die russischen Streitkräfte ihre Angriffe auf Kiew stoppen. Putin ordnete daraufhin eine dreitägige Waffenruhe für die ukrainische Hauptstadt an, Selenskyj sagte im Gegenzug zu, bis einschließlich Montag auf Angriffe gegen Moskau zu verzichten.
Auch europäische Sicherheitsberater vor Ort
Die diplomatische Bedeutung des Treffens zeigt sich auch an der Begleitung: Nach Angaben aus Kiew halten sich zusätzlich die nationalen Sicherheitsberater Großbritanniens, Frankreichs und Deutschlands im sogenannten E3-Format in der ukrainischen Hauptstadt auf – ausdrücklich mit Blick auf die Gespräche zwischen der ukrainischen Führung und den US-Gesandten.
Ob die Gespräche in Kiew tatsächlich neue Bewegung in die festgefahrenen Verhandlungen bringen, dürfte sich in den kommenden Tagen zeigen.
Credits: BKA Christopher Dunker
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