Selenskyj attackiert russische Eliten: „Verpisst euch nach Russland“

Selenskyj attackiert russische Eliten: „Verpisst euch nach Russland“

Kurz vor neuen Friedensgesprächen zwischen den USA, der Ukraine und Russland hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit ungewöhnlich scharfen Worten russische Eliten im Westen angegriffen. In einer am Montag veröffentlichten Erklärung forderte er sie auf, in ihre Heimat zurückzukehren.

Kraftausdrücke auf allen Kanälen

„Verpisst euch nach Russland. Geht nach Hause. Ihr respektiert niemanden in den Vereinigten Staaten“, schrieb Selenskyj in einer Botschaft, die auf all seinen öffentlichen Kanälen veröffentlicht wurde. Wie die Frankfurter Rundschau berichtet, fügte er hinzu: „Ihr respektiert weder die Ukraine noch Europa. Geht nach Hause.“

Die mit Kraftausdrücken gespickten Kommentare kommen am Vorabend einer dritten Runde trilateraler Friedensgespräche, die darauf abzielen, den beinahe vier Jahre andauernden Krieg zu beenden. Die Gespräche finden in Genf statt.

Forderung nach „vollständigen Sanktionen“

Wie Mannheim24 berichtet, drängte Selenskyj in seiner Erklärung die USA und europäische Staaten, den russischen staatlichen Atomenergiekonzern Rosatom sowie russische Einzelpersonen zu sanktionieren, die von dessen Geschäften profitieren, während sie in westlichen Ländern leben.

Der ukrainische Präsident lobte frühere Sanktionen von US-Präsident Donald Trump gegen die russischen Ölkonzerne Lukoil und Rosneft, sagte jedoch, Washington müsse „den gesamten Energiesektor ins Visier nehmen, insbesondere die Atomenergie“. „Vollständige Sanktionen bedeuten vollständige Sanktionen“, forderte Selenskyj.

EU verpflichtet sich zu Öl- und Gasstopp

Die Europäische Union hat sich verpflichtet, bis Ende 2027 sämtliche Öl- und Gasimporte aus Russland zu beenden und auch die Abhängigkeit von russischer Atomenergie schrittweise abzubauen. Wie Euronews meldet, haben Russland und die Ukraine dem Westen bereits Welle um Welle von Sanktionen auferlegt.

Kritik an US-Druck auf Kiew

Laut Tagesspiegel sagte Selenskyj am Samstag, Washington habe „zu oft“ versucht, Kiew zu Zugeständnissen an Moskau zu drängen. US-Präsident Trump forderte Selenskyj zuletzt auf, „in Bewegung zu kommen, sonst verpasst er eine grosse Chance“. Damit erhöhte die US-Regierung den Druck auf Kiew vor der neuen Verhandlungsrunde.

Dritte Gesprächsrunde in Genf

Nach zwei trilateralen Gesprächsrunden in Abu Dhabi kommen die Delegationen für zweitägige Verhandlungen in Genf zusammen. Das Treffen findet nur wenige Tage vor dem vierten Jahrestag des von Russland ausgelösten Krieges statt.

Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, die Gespräche in Genf würden ein „breiteres Themenspektrum“ abdecken als die vorherigen Runden. Im Mittelpunkt stehe vor allem die Territorien der Ukraine. Moskau fordert von der Ukraine die Abtretung der verbleibenden 20 Prozent der östlichen Region Donezk. Kiew lehnt dies ab.

Wenig Hoffnung auf Durchbruch

Wie Euronews berichtet, gibt es nach Angaben aus Kiew kaum Hoffnung, dass Russland Tempo und Intensität seiner Luftangriffe einstellt oder zumindest reduziert. „Selbst am Vorabend der trilateralen Treffen in Genf hat die russische Armee keine anderen Befehle, als die Ukraine weiter anzugreifen“, schrieb Selenskyj. „Das spricht Bände darüber, wie Russland die diplomatischen Bemühungen der Partner einschätzt.“

Credits: APA

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