Security-Skandal in Linz: Minderjährige im Einsatz, Geburtsdaten gefälscht

Security-Skandal in Linz: Minderjährige im Einsatz, Geburtsdaten gefälscht

Bei einem Fußballspiel in Linz hat die Finanzpolizei gravierende Missstände aufgedeckt. Nur die Hälfte der vorgeschriebenen Sicherheitskräfte war im Einsatz, zwei davon minderjährig mit gefälschten Daten. Finanzminister Marterbauer kündigt Konsequenzen an.

Nur 93 statt 176 Security-Mitarbeiter

Beim Linzer Derby Ende Jänner – der LASK besiegte Blau-Weiß Linz mit 3:2 – führte das Amt für Betrugsbekämpfung eine Schwerpunktkontrolle durch. Das Ergebnis ist brisant: Laut Sicherheitskonzept hätten 176 Security-Mitarbeiter im Einsatz sein müssen, tatsächlich waren es nur 93 Personen, wie Nachrichten.at berichtet. Nicht einmal die Hälfte der vorgesehenen Kräfte war vor Ort.

Die Landespolizeidirektion Oberösterreich betonte auf Anfrage, dass „die Sicherheit der Besucher zu keinem Zeitpunkt gefährdet war“. Man habe mit ausreichend eigenem Personal für Sicherheit gesorgt.

Minderjährige mit manipulierten Ausweisen

Besonders brisant: Zwei der kontrollierten Security-Mitarbeiter waren zum Zeitpunkt der Kontrolle noch minderjährig. Wie ORF.at berichtet, wurden ihre Geburtsdaten offenbar gefälscht – eigentlich hätten die beiden Jugendlichen gar nicht arbeiten dürfen.

Dazu kommt ein zusätzliches Sicherheitsproblem: Große Teile des eingesetzten Personals verfügten über unzureichende Deutschkenntnisse. Sie waren dadurch nicht in der Lage, sicherheitsrelevante Anweisungen im Notfall verständlich anzunehmen oder weiterzugeben.

84 Übertretungen festgestellt

Die Finanzpolizei stellte insgesamt 84 Übertretungen fest. Darunter waren laut MeinBezirk.at 35 Verstöße gegen sozialversicherungsrechtliche Meldepflichten nach dem ASVG. Zudem bezogen 16 der kontrollierten Personen gleichzeitig Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung. In 17 Fällen fehlten die gesetzlich vorgeschriebenen Arbeitszeitaufzeichnungen.

Weitere Ermittlungen zu den beteiligten Unternehmen sowie zu den konkreten Beschäftigungsverhältnissen laufen. Offene Abgaben in Höhe von über 61.000 Euro wurden während der Kontrolle eingetrieben.

Marterbauer: „Fairness muss Priorität haben“

Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) kündigte Konsequenzen an: „Ob am Fußballfeld oder abseits davon: Fairness muss absolute Priorität haben. Wer sich durch unfaire Praktiken Vorteile verschafft, gehört bestraft“, wie Exxpress berichtet.

Er warnte davor, jene zu benachteiligen, die sich an Regeln halten: „Die vielen, die sich an die Regeln halten, dürfen nicht benachteiligt werden. Nur wenn alle nach denselben Vorgaben handeln, kann es einen fairen Wettbewerb geben.“

Quellen: Exxpress, Nachrichten.at, ORF.at, MeinBezirk.at, 5min.at
Credits: APA

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