Iran schließt Hormuz erneut – Trump droht mit US-Maut als Druckmittel

Iran schließt Hormuz erneut – Trump droht mit US-Maut als Druckmittel

Kaum ist das Iran-Rahmenabkommen unterzeichnet, steht es bereits vor einer Zerreißprobe: Der Iran schließt die Straße von Hormuz erneut, das US-Militär hält dagegen – und Trump bringt eine neue Eskalationsstufe ins Spiel.

Hormuz wieder zu – diesmal wegen Libanon

Das zentrale Militärkommando des Iran hat am Samstag die erneute Schließung der strategisch wichtigen Straße von Hormuz bekannt gegeben, wie oe24 berichtet. Begründung: die fortgesetzten israelischen Angriffe im Südlibanon verletzten das erst am Mittwoch unterzeichnete Rahmenabkommen. Die Schließung sei ein „erster Schritt“, weitere würden folgen, sollte die „Aggression“ anhalten, um den „Feind zur Einhaltung seiner Verpflichtungen zu zwingen“.

Das US-Regionalkommando CENTCOM widersprach dem Iran umgehend. Laut oe24 teilte CENTCOM auf X mit, der Schiffsverkehr habe am Samstag zugenommen – 55 Schiffe mit unter anderem 17 Millionen Barrel Öl hätten die Meerenge passiert. Die US-Streitkräfte seien weiterhin vor Ort, um die Freiheit der Schifffahrt durchzusetzen.

Trump: Keine Maut – außer für die USA

Parallel dazu meldete sich US-Präsident Donald Trump von Camp David aus mit einer Drohung auf Truth Social zu Wort, wie Al Jazeera und The Hill berichten. Er schrieb, während der 60-tägigen Waffenruhe werde es keine Mautgebühren für die Straße von Hormuz geben – und auch danach nicht, mit einer ausdrücklichen Ausnahme: „…es sei denn, sie werden von den Vereinigten Staaten von Amerika und zu deren Gunsten erhoben, sollte die Vereinbarung nicht zustande kommen, für Dienstleistungen, die sie als ‚Schutzengel‘ der Länder des Nahen Ostens erbracht haben, zum Zwecke der Erstattung von Kosten in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.“

Der Hintergrund laut Washington Examiner: Im endgültigen, öffentlich veröffentlichten Text des Rahmenabkommens war das Mautverbot auf 60 Tage begrenzt worden – eine Änderung, die der Iran als Zugeständnis der USA gewertet hatte. Damit stand implizit im Raum, dass Teheran danach wieder Gebühren erheben könnte. Trumps Posting stellt das nun klar: Der Iran nicht – aber die USA könnten es, falls kein endgültiges Abkommen zustande kommt.

Mindestens 35 Tote im Libanon

Im Hintergrund der diplomatischen Eskalation setzen Israel und die Hisbollah ihre Kämpfe im Libanon fort. Laut oe24 berichten libanesische Medien trotz vereinbarter Waffenruhe über zahlreiche israelische Luftangriffe mit mindestens 35 Toten am Samstag – allein in Nabatija wurden 16 Leichen geborgen. Israel und die Hisbollah machen sich gegenseitig für die Verstöße verantwortlich. Alle Angaben ließen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen, wie oe24 ausdrücklich festhält. Die israelische Armee erklärte laut oe24 gleichzeitig, ihre Angriffe außerhalb einer selbst definierten „Sicherheitszone“ im Süden des Libanon einzuschränken – innerhalb dieser Zone werden die Operationen jedoch fortgesetzt.

Iranische Delegation reist in die Schweiz

Trotz der Eskalation ist die Diplomatie nicht zum Stillstand gekommen. Laut oe24 brach ein iranisches Verhandlungsteam am Samstag Richtung Schweiz auf, um die Umsetzung des Abkommens zu verhandeln. Außenministeriumssprecher Esmaeil Baghaei erklärte laut der iranischen Nachrichtenagentur IRNA, die Delegation werde „die Einhaltung der Verpflichtungen der anderen Seite überwachen und einfordern“. Der Iran machte deutlich: Sollten die USA nicht rasch handeln, „gerate die gesamte Vereinbarung in Gefahr.“

Teilen:
0 0 Abgegebene Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
guest
0 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x