Es ist eine Szene, die wir inzwischen zur Genüge kennen: Frauen, die einst mit strahlender Selbstverständlichkeit ihre Kurven feierten und für Body Positivity warben, machten sich dünn. Und plötzlich springen sie wie der Phönix aus der Asche – nur dass der Phönix nun in Size Zero passt. Die stolzen Botschafterinnen für Selbstakzeptanz, die einst stolz ihre Schwarten präsentierten, treten jetzt als Fitnessgurus, Diätapostel und Markenbotschafterinnen für Schlankheitsspritzen auf. Endlich, denn der Leidensweg der Betrachter war lang. Auf Social-Media-Kanälen wabbelten Adipositinnen, die ihre Bilder mit Untertiteln wie „Mein Körper ist ein Tempel“ oder „Wahre Schönheit kommt von innen“ garnierten – vor allem, wenn diese Schönheit auf unkontrollierte Fressattacken zurückzuführen war. Egal, die Likes von Gleichgewichtigen flogen ihnen nur so zu.
Auch die Fetzenbranche sprang auf diesen Zug auf. XXXL-„Models“ brachten die Laufstege zum Beben, und so mancher Werbespot verursachte bei Betrachtern Augenkrebs. Erinnern wir uns doch an das Walross, das eistanzend für Monatshygiene warb. In Spots für Körperpflege waren plötzlich Quoten-Elefanten gefragt. Ein Unterwäschefabrikant warb auf Plakaten mit welkem Fleisch gegen Bodyshaming – und schlitterte wenig später in die Insolvenz. Der kausale Zusammenhang wurde allerdings nie hinterfragt.
Scheinbar hat dieser woke Dampfer Schlagseite bekommen. In den Tiefen der Diversität schlummern aber sicher noch tolle Ideen für Angriffe auf unser ästhetisches Empfinden.
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