Wien – Ein 30-jähriger Mann steht vor Gericht, weil er im Frühjahr 2025 insgesamt 14 Menschen – darunter zwölf Frauen – mit Fäkalien beworfen haben soll. Die Taten ereigneten sich an verschiedenen Stationen der U6 und hinterließen bei den Opfern nicht nur Ekel, sondern auch tiefe seelische Wunden.
„Es hat bestialisch gestunken“
Die Angriffe waren gezielt und abstoßend. Ein Opfer schilderte vor Gericht, wie sie an der Station Gumpendorfer Straße von einem Becher mit einer übelriechenden Flüssigkeit getroffen wurde. „Ich habe geschrien, geheult, gestunken. Es war schrecklich“, berichtete die junge Frau laut Die Presse. Ein anderer Betroffener, ein Chemie-Student, wurde in der Station Währinger Straße attackiert. „Zuerst dachte ich an einen Streich, aber der Gestank war unerträglich“, sagte er vor Gericht.
Polizei in der Kritik
Einige Opfer fühlten sich von den Behörden im Stich gelassen. Eine Frau berichtete, dass sie bei der Polizei nicht ernst genommen wurde. „Man sagte mir, ich solle einfach das T-Shirt wechseln“, so die Betroffene laut Salzburger Nachrichten. Diese Reaktion habe sie zusätzlich gedemütigt.
Psychiatrisches Gutachten: Täter gilt als gefährlich
Der Angeklagte, der sich vor Gericht „hundertprozentig schuldig“ bekannte, leidet laut einem Gutachten an einer kombinierten Persönlichkeitsstörung. Die psychiatrische Sachverständige Sigrun Rossmanith warnte, dass ohne therapeutische Maßnahmen weitere schwere Straftaten zu befürchten seien. Der Mann hatte bereits Vorstrafen, darunter einen Angriff mit einer Flasche Urin auf einen Security-Mitarbeiter.
„Ich habe das nie aus Spaß gemacht“
Vor Gericht erklärte der Angeklagte, er habe die Taten nicht aus Spaß begangen. Er behauptete, von „Menschen gefoltert und gequält“ worden zu sein, was ihn zu diesen Handlungen getrieben habe. Laut Gutachten wählte er seine Opfer jedoch gezielt aus, vor allem Frauen. Die Taten könnten eine Kompensation für persönliche Enttäuschungen gewesen sein.
Die Verhandlung wurde vertagt. Am 25. Februar soll der Prozess fortgesetzt werden.
Quellen: oe24.at, Die Presse, Salzburger Nachrichten
Credits: APA
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