Schock-Zahlen für Europas Autoindustrie: Hunderttausende Jobs weg

Schock-Zahlen für Europas Autoindustrie: Hunderttausende Jobs weg

Die europäische Automobilindustrie steht vor einer Zerreißprobe. Während die EU-Kommission mit neuen Vorschriften das E-Auto-Monopol vorantreibt, schlagen Experten und Industrievertreter Alarm. Aktuelle Zahlen zeichnen ein düsteres Bild: Allein in den Jahren 2024 und 2025 wurden, wie eine Studie des Wirtschaftsanalysten Günther Oswald zeigt, 166.000 Arbeitsplätze in der Branche zur Streichung gemeldet. Seit 2019 summiert sich der Jobkahlschlag sogar auf dramatische 378.000 Stellen.

EU-Politik in der Kritik: „Nicht geliefert, was bestellt wurde“

Die Kritik an der Brüsseler Politik wird lauter. Statt der versprochenen Technologieoffenheit zementiere die Kommission die alleinige Fokussierung auf die Elektromobilität, so der Vorwurf. Stephan Schwarzer, Generalsekretär der eFuel Alliance Österreich, kritisierte in einer Aussendung scharf: „Die Kommission hat nicht geliefert, was bestellt wurde.“ Er bemängelt, dass nachhaltige Kraftstoffe wie E-Fuels keine gleichwertige Anerkennung finden und die Spielräume für Alternativen minimal seien.

Zusätzlich sollen ab 2030 neue Kaufzwänge für Flottenbetreiber gelten, die einen hohen Anteil an E-Autos vorschreiben. Für Kunden, die sich kein Elektroauto leisten können oder wollen, wird die Luft dünner. Die EU dürfe die Menschen nicht in eine „Zwangsjacke stecken“, warnt Schwarzer. Der Marktanteil von E-Autos liegt EU-weit bei nur 17 Prozent, was die Diskrepanz zwischen politischem Willen und Realität verdeutlicht.

Deutsche Hersteller unter massivem Druck

Besonders hart trifft die Krise die deutsche Autoindustrie. Wie das Handelsblatt berichtet, befinden sich die deutschen Hersteller in der größten Krise seit dem Dieselskandal. Eine Analyse der Unternehmensberatung EY zeigt, dass BMW, Mercedes-Benz und der Volkswagen-Konzern so wenig Gewinn erzielen wie seit 16 Jahren nicht mehr. Konzerne reagieren mit drastischen Sparmaßnahmen. Volkswagen plant laut Berichten des Industriemagazins bis Ende des Jahrzehnts den Abbau von rund 35.000 Stellen allein in Deutschland. Auch Mercedes und BMW verlagern Produktionen zunehmend ins Ausland, um Kosten zu senken.

Konkurrenz aus dem Ausland verschärft die Lage

Während Europa mit interner Regulierung kämpft, stärken Länder wie China, die USA und Indien gezielt ihre eigene Industrie. Europäische Hersteller verlieren auf dem wichtigen chinesischen Markt zunehmend den Anschluss, weil sie bei Software und Elektromobilität nicht mehr konkurrenzfähig sind, wie die Berliner Zeitung meldet. Gleichzeitig belasten hohe Einfuhrzölle in den USA das Geschäft.

Die Hoffnung der Branche liegt nun auf neuen, wettbewerbsfähigeren Modellen und einer möglichen Kurskorrektur durch das Europäische Parlament. Ohne ein Umdenken droht der europäischen Schlüsselindustrie jedoch ein weiterer, schmerzhafter Abstieg.

Quellen: exxpress.at, handelsblatt.com, industriemagazin.at, berliner-zeitung.de
Credits: APA

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