Schellhorn jetzt auf Dienstreise: Bei Ozean-Konferenz der UNO in Nizza

Schellhorn jetzt auf Dienstreise: Bei Ozean-Konferenz der UNO in Nizza

Nizza im Frühsommer – nicht wirklich die schlechteste Destination für eine Dienstreise: Staatssekretär Sepp Schellhorn (NEOS) vertritt an der Côte d’Azur Österreich bei der UNO-Konferenz zur Rettung der Ozeane. Auf X meint dazu ein User: „Was macht ein österreichischer Deregulierungs-Staatssekretär bei einer Meeres-Konferenz?“

„Staatssekretär Schellhorn nimmt heute an der UNOceanConference teil. Sinkende Inseln und schmelzende Gletscher bedrohen die Lebensgrundlage von Menschen weltweit. Dies betrifft auch Binnenländer wie Austria. Wir wollen als Partner wirksame Lösungen finden“, meint die Kommunikationsabteilung des Deregulierungs-Staatssekretärs im Außenministerium zur aktuellen Dienstreise nach Nizza. Welche Inseln genau gemeint sein sollen, die aktuell „versinken“, wird nicht näher definiert, ebenso wenig wird erklärt, warum ein NEOS-Politiker, der im Privatberuf Wirt in einem Alpenland ist, als Ozean-Experte nun besonders für diese Teilnahme geeignet sei.

Schellhorn redet in Nizza über die Probleme der Ozeane

Mit Staatssekretär Sepp Schellhorn sind zur Eröffnung der UNO-Konferenz auch 60 Staats- und Regierungschefs nach Nizza gekommen, unter ihnen der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva, der chinesische Vizepräsident Han Zheng und der argentinische Präsident Javier Milei. Die USA entsandten nach langem Zögern den Chef der Umwelt-Taskforce im Weißen Haus, Edward Russo. Es ist das erste Mal, dass so viele Politiker und Forscher zusammenkommen, um den Meeresschutz zu verbessern.

Auf der UNO-Konferenz geht es außerdem darum, die im August anstehende Verhandlungsrunde für ein Plastikabkommen vorzubereiten. Vermutlich werden Österreichs Deregulierungs-Staatssekretär die Pläne zur Reduzierung von Plastikabfall in den Weltmeeren unterstützen – die Alpen-Republik hat als Binnenland dabei ja ohnehin relativ wenig Gestaltungsraum.

Wie hoch die Kosten für die Dienstreise des Spar-Staatssekretärs wird vermutlich in Kürze eine parlamentarische Anfrage einer Oppositionspartei klären – dass mehrere Übernachtungen in Nizza (APA-Bild unten) plus Spesen plus Flüge unter 10.000 Euro möglich sind, dürfte eher auszuschließen sein.

Wie berichtet, sorgte Schellhorn in den 100 Tagen seiner Amtszeit schon mehrmals für heftige Kritik: So ließ er zusätzlich zu einem Audi A6 einen Audi A8 L (Neupreis: 121.000 Euro) als Dienstwagen leasen, dann beschimpfte er den Herausgeber von exxtra24 und drohte mit dem Boykott von Werbe-Schaltungen, und wenig später flog auf, dass der Staatssekretär sein Büro mit weiteren acht Mitarbeitern aufstockt – die noch dazu auf Kosten der Steuerzahler Tickets für ein Fitnesscenter erhalten.

Credits: Außenministerium/APA

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