Schellhorn bei Klapprad-Interview: „Bei mir läuft gar nix schief“

Schellhorn bei Klapprad-Interview: „Bei mir läuft gar nix schief“

Für ein Interview mit dem ORF-Report war im Büro des Staatssekretärs für Deregulierung alles perfekt inszeniert: Neben dem auf einem unbequemen Hocker sitzenden Audi-A8-Upgrader Sepp Schellhorn (NEOS) wurde demonstrativ ein Klapprad geparkt – und er durfte auch gleich sagen, dass er „mit den Öffis“ oder „mit dem Rad“ ins Ministerium pendelt. Und: Schellhorn fühlt sich als Opfer einer Kampagnisierung.

Das große Report-Interview in der ORF-Politiksendung lieferte nicht wirklich viel Stoff, um den umstrittenen und schon seit Wochen rücktrittsreifen Staatssekretär nun besser zu bewerten: Sepp Schellhorn (NEOS) machte bei einer Inszenierung als Radfahr-Politiker mit und betonte, dass er bei sich keine Fehler sieht. So meinte der Deregulierungs-Staatssekretär im Report zur negativen Berichterstattung über ihn: „Da geht es um eine Kampagnisierung. Es ist auch leicht, einen Politiker anzugreifen, der derart viele Follower auf sozialen Medien hat.“ Und auf die Frage der Report-Redakteurin, ob er „der Buhmann der Regierung“ sei, meinte der Staatssekretär: „Bei mir läuft gar nix schief.“ Er hätte auch noch nie an einen Rücktritt gedacht. Der NEOS-Politiker: „Ich fühle mich nicht gescheitert. Da wird nur über Äußerlichkeiten gesprochen.“

Auf den Social-Media-Plattformen sorgte die Holzhammer-Inszenierung mit dem Klapprad jedenfalls sofort für deftige Reaktionen: „Ist Sepp mit dem klappradgeförderten Klapprad da?“, fragte ein User. Und einige ORF-Zuseher wunderten sich, dass bei einem kurz zuvor geführten Interview mit dem Standard Schellhorns Büro noch etwas anders aussah.

Eigentliche Arbeit beginnt ab Mitte August

Im Interview mit dem ORF bestätigt Schellhorn dann auch, dass sein Team erst „ab Mitte August“ mit der eigentlichen Arbeit beginnen werde – obwohl die Steuerzahler schon seit vier Monaten die Gehälter für den Staatssekretär und dessen Stab finanzieren. Der Staatssekretär: „Jetzt haben wir einmal erhoben, wo die Problemzonen liegen. Das haben wir bei vielen Besuchen bei Unternehmen erfahren, selbst beim kleinsten Bäcker waren wir.“

Dass die neue Bundesregierung „jetzt sparen will“, daran hatte selbst die ORF-Redakteurin ihre Zweifel: „Sie geben doch acht Milliarden mehr aus“, ließ sie Schellhorns Spar-Erzählung platzen. Der Staatssekretär: „Natürlich. Aber jetzt sparen und reformieren wir.“

Was nicht im ORF thematisiert worden ist: Schellhorns Umgang mit unabhängigen Medien wie exxtra24 – wie berichtet, hat der NEOS-Staatssekretär den Herausgeber von exxtra24 beschimpft und dem Medium mit Entzug von Werbeschaltungen gedroht, weil wir über die skandalöse Dienstwagen-Affäre des Politikers berichteten. Bisher folgte keine Entschuldigung für diese Entgleisung.

Credits: Screenshots X/ORF

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