Russland und die Ukraine haben sich auf eine örtlich begrenzte Waffenruhe geeinigt, um dringend notwendige Reparaturen an einer beschädigten Stromleitung des Atomkraftwerks Saporischschja durchzuführen. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) teilte mit, dass Techniker des ukrainischen Stromnetzbetreibers in den kommenden Tagen mit den Arbeiten an der 330-Kilovolt-Leitung beginnen werden. Ein Team der IAEA wird die Reparaturen vor Ort überwachen, um die Sicherheit zu gewährleisten.
Hintergrund: Schäden durch Kämpfe
Die Stromleitung wurde vor zwei Wochen infolge von Kämpfen in der Region beschädigt. Seitdem wird das stillgelegte Atomkraftwerk, das unter russischer Kontrolle steht, nur noch über eine verbleibende 750-Kilovolt-Leitung mit Strom versorgt. Diese Leitung ist essenziell für die Kühlung der Reaktoren, die trotz ihrer Abschaltung weiterhin Energie benötigen. Bei einem Ausfall der Stromversorgung springen Dieselgeneratoren ein, um eine potenzielle Katastrophe zu verhindern.
Bedeutung der Waffenruhe
IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi betonte die Bedeutung der Vereinbarung: „Diese zeitweise Waffenruhe zeigt die unverzichtbare Rolle, die wir weiterhin spielen.“ Die Reparaturen seien entscheidend für die Sicherheit der Anlage und könnten mehrere Tage in Anspruch nehmen. Die Einigung wurde durch intensive Verhandlungen ermöglicht, bei denen beide Seiten Sicherheitsgarantien für die Techniker zusagten.
Saporischschja: Ein Brennpunkt des Konflikts
Das Atomkraftwerk Saporischschja, das größte seiner Art in Europa, ist seit März 2022 von russischen Truppen besetzt. Die sechs Reaktoren der Anlage wurden nach dem russischen Überfall auf die Ukraine heruntergefahren. Dennoch bleibt die Anlage ein zentraler Punkt im Konflikt, da beide Seiten sich gegenseitig beschuldigen, durch Angriffe auf das Kraftwerk eine nukleare Katastrophe zu riskieren.
Internationale Reaktionen
Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklungen mit Sorge. Die IAEA hat wiederholt auf die Gefahren hingewiesen, die von der instabilen Stromversorgung und den anhaltenden Kämpfen in der Region ausgehen. Die aktuelle Waffenruhe ist bereits die vierte ihrer Art und unterstreicht die Dringlichkeit, die Sicherheit der Anlage zu gewährleisten.
Quelle: oe24.at
Credits: APA
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