Ein Paukenschlag bei den Europäischen Grünen: Bas Eickhout, Ko-Vorsitzender der Grünen-Fraktion im Europäischen Parlament, hat mit sofortiger Wirkung seinen Rücktritt als Abgeordneter erklärt. Der Fall hat auch eine österreichische Dimension – Eickhout führt eine Beziehung mit der österreichischen Grünen-Abgeordneten Lena Schilling.
Eickhout räumt Fehltritte ein
Wie das Politikmagazin Politico berichtet, zog der 49-jährige Niederländer die Konsequenzen aus eigenen Worten. In seiner Erklärung heißt es laut oe24.at: „Ich habe mein eigenes Handeln in der vergangenen Zeit kritisch reflektiert. Ich habe in der Vergangenheit nicht immer das Richtige getan. Ich hatte Beziehungen, die nicht zu meiner Rolle passten. Ich hätte das nicht tun sollen und übernehme die Verantwortung dafür.“
Eickhouts niederländische Heimatpartei PRO – entstanden aus einer Fusion von GroenLinks und der PvdA – bestätigte laut oe24.at, dass der Rücktritt unter anderem erfolgt sei, weil er frühere Arbeitsbeziehungen nicht gemeldet habe. Eickhout selbst ergänzte, dass ihm nach den jüngsten Wahlen auch die Energie für eine Fortsetzung fehle.
Keine Verbindung zur Beziehung mit Schilling
Pikant ist der Zeitpunkt: Wie Politico berichtet, hatte Eickhout intern erst in der vergangenen Woche offengelegt, eine Beziehung mit der 25-jährigen österreichischen EU-Abgeordneten Lena Schilling zu führen. Eickhout ließ über einen Sprecher jedoch klarstellen, dass der Rücktritt „nichts mit der Beziehung zu Lena zu tun“ habe. Weitere Details wurden nicht genannt.
Fraktion reagiert – Machtkampf um Nachfolge beginnt
Die Grünen-Fraktion im EU-Parlament erklärte laut oe24.at, sie respektiere und verstehe Eickhouts Schritt. Man nehme jegliche Vorwürfe von Verstößen gegen den Verhaltenskodex sehr ernst – ein professionelles und offenes Arbeitsumfeld sei „entscheidend.“ Die Fraktion verwies zudem auf vertrauliche Berater und Ressourcen für Betroffene.
Eickhouts plötzlicher Abgang löst nun ein Machtgerangel um die Fraktionsspitze aus. Wie Politico berichtet, formieren sich bereits baltische und osteuropäische Abgeordnete, die nach ihren Stimmenzuwächsen bei der Europawahl 2024 eine stärkere Vertretung in der Fraktionsführung fordern.
Eickhout war seit 2009 Mitglied des Europäischen Parlaments und hatte bei der EU-Wahl 2024 als Spitzenkandidat der Europäischen Grünen kandidiert – nun endet seine Karriere im Parlament abrupt und unter unschönen Umständen.
Credits: APA
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