Auch ein Bundespräsident ist vor undichten Leitungen nicht gefeit: Wegen einer anstehenden Sanierung muss Alexander Van der Bellen im kommenden Jahr vorübergehend seine Amtsräume in der Wiener Hofburg verlassen.
Alte Leitungen machen Sanierung nötig
Betroffen von den Bauarbeiten ist der Leopoldinische Trakt der Präsidentschaftskanzlei – jener Gebäudeteil, der seit Oktober 1946 als Amtssitz des österreichischen Bundespräsidenten dient, wie aus dem Eintrag der Präsidentschaftskanzlei auf Wikipedia hervorgeht. Konkret geht es um die Leitungen, die saniert werden müssen. Betroffen sind dabei auch prominente Räumlichkeiten: das bekannte Maria-Theresienzimmer mit seiner historischen Tapetentür sowie die Arbeitsräume Van der Bellens selbst, wie man in der Präsidentschaftskanzlei gegenüber der APA bestätigte, berichtet oe24.
Grund: marode Rohre
Auslöser der Sanierung sind laut Präsidentschaftskanzlei Schäden am veralteten Rohr- und Leitungssystem. Die für die Republik als Eigentümer-Vertreterin zuständige Burghauptmannschaft habe zuletzt festgestellt, dass dringende Reparaturen notwendig seien, heißt es in der Stellungnahme, aus der oe24 zitiert. Die denkmalgeschützten Räumlichkeiten der Hofburg werden nach Angaben der Präsidentschaftskanzlei regelmäßig kontrolliert und instandgehalten – trotzdem kommt man um die Reparatur offenbar nicht herum.
Van der Bellen weicht in andere Räume aus
Für den Bundespräsidenten hat das ganz praktische Folgen: Er wird während der Bauzeit auf andere Räume innerhalb der Präsidentschaftskanzlei ausweichen. Amtsgeschäfte soll das nicht beeinträchtigen. „Die volle Arbeitsfähigkeit und die Erfüllung der Aufgaben des Bundespräsidenten sind weiterhin gewährleistet“, betont man in der Präsidentschaftskanzlei laut oe24.
Zeitplan und Kosten
Die Vorarbeiten für die Sanierung haben bereits begonnen, der Großteil der eigentlichen Bauarbeiten – darunter auch jene Abschnitte, die den Bundespräsidenten direkt betreffen – startet im kommenden Jahr. Bei der Finanzierung teilen sich zwei Stellen die Verantwortung: Die eigentlichen Baukosten trägt die Burghauptmannschaft, für notwendige Adaptierungsarbeiten kommt die Präsidentschaftskanzlei selbst auf.
Ein Trakt mit langer Geschichte
Der Leopoldinische Trakt zählt zu den geschichtsträchtigsten Bauabschnitten der Hofburg. Errichtet wurde er zwischen 1660 und 1667 unter Kaiser Leopold I., nach einem Brand kurz nach Fertigstellung wurde er bis 1683 wiederaufgebaut, wie die Präsidentschaftskanzlei auf ihrer eigenen Website schildert. Die heutigen Arbeits- und Repräsentationsräume des Staatsoberhauupts in der sogenannten Beletage sind noch immer vom Rokoko-Stil aus der Zeit Maria Theresias geprägt – jener Epoche, der auch das nun von der Sanierung betroffene Maria-Theresienzimmer seinen Namen verdankt.
Credits: Peter Lechner, HBF
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