Rentner (75) feuert zehn Kugeln auf Einbrecher ab – jetzt vor Gericht

Rentner (75) feuert zehn Kugeln auf Einbrecher ab – jetzt vor Gericht

Es war ein Februarnachmittag, der das Leben von Wolfgang E. (75) für immer veränderte. Der Rentner aus Bonn sitzt seit dem 20. Februar in Untersuchungshaft – weil er einen Einbrecher nicht nur angeschossen, sondern anschließend fast totgeprügelt hat.

Überwachungskamera alarmiert den Rentner

Wie die BILD berichtet, bekam Wolfgang E. gegen 14 Uhr eine Meldung auf sein Handy: Seine Überwachungskamera hatte Alarm geschlagen. Ein Mann war in seinen Wohnwagen eingebrochen. Was dann folgte, eskalierte zu einem blutigen Drama.

Der 75-Jährige schnappte sich eine Browning-Pistole, die neben seinem Bett lag, sprang in sein Auto und raste zum Tatort. Dort sah er, wie der Eindringling seinen Wohnwagen durchsuchte.

„Ich wollte seine Beine treffen“

Als der Einbrecher den Rentner bemerkte, ergriff er sofort die Flucht. Wolfgang E. schrie ihm zu, stehen zu bleiben – doch der Mann lief weiter. Daraufhin feuerte der Senior zehn Kugeln ab. „Ich wollte dabei seine Beine treffen“, erklärte der Angeklagte laut BILD über seinen Anwalt Carsten Rubarth vor Gericht.

Doch von den zehn abgefeuerten Schüssen trafen zwei den Rücken des flüchtenden Einbrechers. Trotz seiner schweren Verletzungen lief der Mann weiter – ein fataler Fehler.

Blutige Verfolgungsjagd mit dem Auto

Wolfgang E. stieg in seinen Wagen und nahm die Verfolgung auf. Mit seinem Fahrzeug schnitt er dem schwer verletzten Einbrecher den Weg ab. Dann stieg er aus und schlug mehrfach mit der Waffe auf den Kopf des Mannes ein.

Erst als ein Augenzeuge auftauchte, ließ der 75-Jährige von seinem Opfer ab. Der lebensgefährlich verletzte Einbrecher musste mit einem Rettungshubschrauber in die Klinik geflogen werden.

Illegales Waffenlager entdeckt

Bei der Durchsuchung von Wolfgang E.s Haus fand die Polizei ein regelrechtes Waffenlager: Mehrere illegale Waffen, darunter zwei Uzi-Maschinenpistolen, kamen zum Vorschein. Der Rentner erklärte vor Gericht, wie die BILD berichtet: „Bei mir wurde bereits mehrfach eingebrochen. Ich habe deswegen die Überwachungskameras überall installiert.“

Reue vor Gericht

Seit Mittwoch muss sich Wolfgang E. am Landgericht Bonn wegen versuchten Totschlags verantworten. Seinen 75. Geburtstag im April verbrachte er bereits hinter Gittern. Vor Gericht zeigte er sich reuig: „Aus heutiger Sicht kann ich es mir nicht mehr erklären, was an diesem Tag in mich gefahren ist. Ich hätte natürlich die Polizei anrufen sollen. Ich bin froh, dass es dem Mann, auf den ich geschossen habe, wieder besser geht.“

Der Prozess wird fortgesetzt. Wolfgang E. droht eine mehrjährige Haftstrafe wegen versuchten Totschlags.

Credits: APA

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