Putin streicht schwere Waffen aus Sieges-Parade – erstmals seit fast 20 Jahren

Putin streicht schwere Waffen aus Sieges-Parade – erstmals seit fast 20 Jahren

Aus Angst vor ukrainischen Drohnenangriffen verzichtet Russland beim diesjährigen Tag des Sieges erstmals seit fast zwei Jahrzehnten wieder auf die Vorführung von schwerem Militärgerät. Die Symbolik ist verheerend.

Keine Panzer, keine Raketen auf dem Roten Platz

Das russische Verteidigungsministerium hat eine bemerkenswerte Entscheidung bekanntgegeben. Wie oe24 unter Berufung auf APA/AFP berichtete, entfällt beim diesjährigen Tag des Sieges am 9. Mai die traditionelle Vorführung von Militärtechnik auf dem Roten Platz in Moskau. Begründung des Ministeriums: die „operative Lage“. Gemeint ist die anhaltende Bedrohung durch ukrainische Kampfdrohnen, die in den vergangenen Monaten zunehmend tief ins russische Hinterland vorgedrungen sind und mehrfach Industrieanlagen, Ölraffinerien und Infrastruktur getroffen haben.

Stattdessen sollen während der Fernsehübertragung Einsatzbilder russischer Soldaten aller Waffengattungen aus dem Ukraine-Krieg gezeigt werden. Auf dem Roten Platz selbst marschieren lediglich Tausende Offiziersanwärter – das war es.

Was die Parade symbolisch bedeutet

Der Tag des Sieges am 9. Mai ist Russlands wichtigster nationaler Feiertag – der Jahrestag des Kriegsendes gegen Nazi-Deutschland 1945. Die Militärparade auf dem Roten Platz vor dem Kreml ist dabei seit Jahrzehnten das Herzstück der staatlichen Selbstdarstellung: Interkontinentalraketen, neueste Panzermodelle, Kampfjets – alles diente der Demonstration russischer Stärke nach innen wie außen.

Wie oe24 berichtete, war zuletzt im Jahr 2007 keine Militärtechnik vorgeführt worden. Dass 2026 – mitten im laufenden Krieg in der Ukraine – die schweren Waffen erneut wegbleiben, ist ein ungewöhnliches Eingeständnis: Moskau traut sich nicht, seine Parade-Hardware durch die eigene Hauptstadt zu führen, aus Angst, sie könnte zum Ziel werden.

Unsterbliches Regiment – mit Einschränkungen

Auch die Gedenkveranstaltung „Unsterbliches Regiment“, bei der Bürger Porträts ihrer im Zweiten Weltkrieg gefallenen Vorfahren tragen, wird in diesem Jahr eingeschränkt. Wie oe24 berichtete, soll die Aktion je nach lokaler Sicherheitslage entweder als realer Marsch oder nur online stattfinden.

Credits: APA

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