Polens Präsident erinnert in Wien an Türkenbelagerung – mit deutlichen Worten

Polens Präsident erinnert in Wien an Türkenbelagerung – mit deutlichen Worten

Polens First Lady Marta Nawrocka gedachte am Sonntag in Wien der Schlacht am Kahlenberg vor 343 Jahren. Ein von ihrer Delegation verlesener Brief von Präsident Karol Nawrocki sorgt dabei mit historisch aufgeladener Wortwahl für Aufsehen.

Gedenken an einen entscheidenden Wendepunkt

Kaum ein Pole spielte für die österreichische Geschichte eine so große Rolle wie König Jan III. Sobieski. Im September 1683, als osmanische Truppen kurz vor der Einnahme Wiens standen, führte er ein deutsch-polnisches Entsatzheer an, das vom Kahlenberg aus die entscheidende Wende einleitete – eine zentrale Rolle spielten dabei die berühmten polnischen Husaren. Ein geplantes Denkmal für den polnischen König in Wien war vor zwei Jahren allerdings trotz grundsätzlicher Einigung von der Stadt Wien wieder gestoppt worden, aus Sorge vor angeblichen islamfeindlichen Ressentiments.

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Dritte Solo-Auslandsreise der First Lady

Am Sonntag besuchte Polens First Lady Marta Nawrocka nun die Bundeshauptstadt, um an den Gedenkfeiern zum 343. Jahrestag der Schlacht bei Wien sowie zum 43. Jahrestag des Besuchs von Papst Johannes Paul II. teilzunehmen. Begleitet wurde sie dabei vom Kabinettschef des Staatsoberhauptes, Paweł Szefernaker, sowie vom Präsidentenberater Jan Józef Kasprzyk, wie die Nachrichtenagentur PAP meldete. Nach Angaben polnischer Medien handelt es sich um die dritte alleinige Auslandsreise der 40-Jährigen als First Lady, nach vorangegangenen Besuchen in Paris und Washington. Laut dem polnischen Präsidialamt bot der Besuch auf dem Kahlenberg zudem Gelegenheit, Vertreter der polnischen Gemeinschaft in Österreich zu treffen – aktuellen Zahlen zufolge leben derzeit 67.543 polnische Staatsbürger im Land.

Gottesdienst und Militärgedenken auf dem Kahlenberg

Der Sonntag begann für Nawrocka mit einer Messe in der St. Josefskirche auf dem Kahlenberg anlässlich des Jahrestags der Schlacht. Im Anschluss nahm sie an einer Gedenkfeier der 11. Panzerkavalierdivision „König Jan III. Sobieski“ teil.

Nawrocki spricht von „unterdrückerischem muslimischem Staat“

Bei dieser Feier verlas Kabinettschef Szefernaker einen Brief von Präsident Karol Nawrocki, der mit deutlichen historischen Bewertungen aufhorchen lässt. Dank des Sieges bei Wien seien „unser Herrscher, die unbesiegbaren geflügelten Reiter sowie die polnischen Infanteristen und Artilleristen“ europaweit bekannt und in Liedern, Memoiren und der Malerei verewigt worden, schrieb Nawrocki laut dem Brief. Weiter heißt es darin: „Gott, unser Herr, sei in Ewigkeit gepriesen: Er hat unserem Volk einen Sieg und Ruhm geschenkt, wie ihn vergangene Zeitalter niemals gekannt haben.“ Besonders pointiert fällt Nawrockis historische Einordnung des militärischen Erfolgs aus: Die „polnischen Sieger“ hätten Österreich und andere christliche Länder „vor der Eingliederung in einen unterdrückerischen muslimischen Staat“ bewahrt und langfristig den Weg für die Befreiung der Völker Mittel- und Südeuropas geebnet. Auch die Rolle der Husaren-Elitetruppe unterstrich der Präsident bildhaft: „Auf den Panzern der Husaren brach die Welle, die das christliche Abendland zu überfluten drohte.“ Zudem erinnerte Nawrocki daran, dass bereits 1983 Papst Johannes Paul II. anlässlich des 300. Jahrestags des Entsatzes von Wien die Stadt besucht hatte.

Credits: Mikolaj Bujak / KPRP

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