Plagiatsvorwürfe: Profil-Chefredakteurin kritisiert Falter-Chef Florian Klenk

Plagiatsvorwürfe: Profil-Chefredakteurin kritisiert Falter-Chef Florian Klenk

In der österreichischen Medienlandschaft sorgt ein öffentlicher Konflikt zwischen Anna Thalhammer, Chefredakteurin des Nachrichtenmagazins Profil, und Florian Klenk, Chefredakteur der Wochenzeitung Falter, für Aufsehen. Thalhammer wirft Klenk vor, Inhalte eines Profil-Artikels übernommen und diese als eigene journalistische Leistung präsentiert zu haben.

Hintergrund: Streit um Berichterstattung zu Jan Marsalek

Der Streit dreht sich um die Berichterstattung zur Spionageaffäre rund um den ehemaligen Wirecard-Vorstand Jan Marsalek. Laut Thalhammer veröffentlichte das Profil am 20. Dezember 2024 einen Artikel, der die Hintergründe des Falls beleuchtete. Der Falter veröffentlichte am 18. März 2025 einen ähnlichen Beitrag, der mit einem internationalen Journalismus-Preis ausgezeichnet wurde.

Thalhammer kritisiert, dass der Falter sich mit fremden Inhalten schmücke. In einem öffentlichen Facebook-Post schrieb sie: „In Deutschland oder den USA wäre es ein Skandal, wenn man sich so für die Arbeit anderer abfeiern lässt. Weil ‚aufgedeckt‘ hat der Falter gar nichts. Das waren wir (bzw. ich), in etlichen Artikeln.“

Kritik an Umgang mit Urheberschaft

Thalhammer betonte in ihrem Beitrag, dass es in der Medienbranche häufiger vorkomme, dass sich Personen mit der Arbeit anderer schmücken. Sie forderte, dass ein solches Verhalten nicht akzeptiert werden dürfe. Zudem kritisierte sie, dass ein kritischer Kommentar von ihr auf Instagram gelöscht worden sei. Sie stellte die Frage, ob der ausgezeichnete Artikel tatsächlich preiswürdig sei.

Reaktion von Florian Klenk

Florian Klenk reagierte auf die Vorwürfe mit einem Kommentar, in dem er Thalhammers öffentliche Kritik als „jämmerlich“ bezeichnete. Eine detaillierte inhaltliche Stellungnahme zu den Plagiatsvorwürfen gab es bislang nicht.

Bedeutung für die Medienbranche

Der Vorfall wirft Fragen zur journalistischen Ethik und zum Umgang mit Urheberschaft auf. In einer Branche, die auf Glaubwürdigkeit und Transparenz angewiesen ist, könnten die Vorwürfe eine breitere Diskussion über den Schutz geistigen Eigentums und die Anerkennung journalistischer Leistungen anstoßen.

Quelle: oe24.at
Credits: APA

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