Personalkarussell bei der Neunkirchner FPÖ: Die letzten Getreuen gehen auch

Personalkarussell bei der Neunkirchner FPÖ: Die letzten Getreuen gehen auch

Erst Trenk. Dann Handler. Jetzt auch noch Haberbichler. Bei der FPÖ Neunkirchen wechseln die Köpfe im Wochentakt – und ausgerechnet die zwei, die der Partei vor einem Jahr die Treue hielten, während sieben Kollegen rausflogen, ziehen sich jetzt selbst zurück.

Ein Sparpaket, sieben Rauswürfe

Zurückspulen lohnt sich. Herbst 2025: Vizebürgermeister Marcus Berlosnig und sechs weitere FPÖ-Mandatare stimmen in Neunkirchen für ein Konsolidierungsbudget der ÖVP. Die Landespartei hatte das ausdrücklich verboten. Wie „Profil“ damals schrieb, drohte Landesgeschäftsführer Helmut Fiedler mit Parteiausschluss – und zog durch. Sieben Mandatare flogen. Übrig blieben zwei: Wilhelm Haberbichler und Bernd Trenk, die auf Linie geblieben waren. Die frisch Ausgeschlossenen um Berlosnig hatten trotzdem noch die Mehrheit im Gemeinderat und nutzten sie sofort: Haberbichler verlor seinen Stadtratsposten, Trenk seine Funktionen. So berichtete es die „NÖN“.

Vier Wechsel, wenig Erklärung

Genau diese zwei stehen jetzt wieder im Zentrum. Erst erklärte Bernd Trenk öffentlich, sich in seiner Rolle als Stadtrat nicht wohlzufühlen. Rücktritt folgte prompt. Dann geriet Bezirksparteiobmann Handler ins Wanken, Fiedler soll ihn ablösen. Und nun legt auch Haberbichler sein Stadtratsamt zurück und verlässt den Budgetausschuss.

Berlosnig: „Zufällig jene beiden Spaltpilze“

Wer sich das mit sichtlichem Vergnügen ansieht: Marcus Berlosnig, heute Gemeinderat der Bürgerliste. Gegenüber MeinBezirk Neunkirchen fasst er es so zusammen: „Zuerst erklärt Bernd Trenk öffentlich, dass er sich in seiner Rolle als Stadtrat eigentlich unwohl fühlt. Kurze Zeit später tritt er zurück. Dann steht Bezirksparteiobmann Handler zur Diskussion. Und soll durch Fiedler abgelöst werden. Und nun verzichtet auch Wilhelm Haberbichler auf sein Amt als Stadtrat und verlässt den Budgetausschuss. Zufällig jene beiden Spaltpilze, die die letzte Stadtpartei in die Luft gesprengt haben, werden abgelöst. Nachfolger Singula und Mitteregger kennt niemand aber sind sicherlich 100% auf Parteilinie.“ Sein Schlusssatz: „Langsam stellt sich die Frage, wer bei den Neunkirchner Freiheitlichen eigentlich noch welche Funktion haben will und wie lange.“ Was die Leute erwarten würden, sagt er auch gleich dazu: Stabilität, Verantwortung, verlässliche Arbeit. Kein ständiges Stühlerücken.

Fiedler: Ein Satz, mehr nicht

Fiedler selbst hält sich kurz. Auf Berlosnigs Vorwürfe angesprochen, sagte er gegenüber MeinBezirk Neunkirchen lediglich: „Über Gesundheit diskutiert man nicht.“ Zu den eigentlichen Personalfragen verweist die Partei auf die nächste Gemeinderatssitzung – dort werde alles in Absprache mit der Stadtamtsdirektion geregelt, so sei es auch bereits über die regionalen Medien kommuniziert worden.

Ob mit Trenks und Haberbichlers Rückzug endlich Ruhe einkehrt in der seit über einem Jahr zerstrittenen Neunkirchner FPÖ, wird sich zeigen.

Credits: C.Stadler/Bwag – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=80245943

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