Paukenschlag in der Neonazi-Szene: Großrazzia bei Gottfried Küssel

Paukenschlag in der Neonazi-Szene: Großrazzia bei Gottfried Küssel

Ein Großaufgebot der Polizei sorgte am Dienstagmorgen in Wien für Aufsehen. Im Rahmen einer großangelegten Aktion gegen die rechtsextreme Szene in Österreich kam es zu mehreren Hausdurchsuchungen. Eine der Zielpersonen: der bekannte Neonazi Gottfried Küssel.

Polizeiaktion in den frühen Morgenstunden

Wie die Tageszeitung „Österreich“ (oe24.at) berichtet, schlugen die Behörden in den frühen Morgenstunden an mehreren Standorten zu. Die Aktion konzentrierte sich auf Wien und weitere Orte. Im Mittelpunkt des Geschehens stand ein Gebäudekomplex im zweiten Wiener Gemeindebezirk, in dem Küssel und einige seiner Weggefährten Wohnungen besitzen.

Wohnungen und Vereinsräume im Visier

Die Razzia richtete sich nicht nur gegen Privatwohnungen. Auch die Räumlichkeiten eines rechtsextremen Vereins, der in demselben Gebäude registriert ist, standen laut oe24.at im Fokus der Ermittler. Die Plattform „Stoppt die Rechten“ meldete auf Blue Sky ebenfalls ein massives Polizeiaufgebot und berichtete, dass sogar ein Bombenkommando vor Ort gewesen sei.

Hintergründe noch unklar

Über die genauen Hintergründe der Aktion hielten sich die Behörden zunächst bedeckt. Ein Sprecher der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) bestätigte gegenüber der APA lediglich, dass es mehrere Amtshandlungen gegeben habe, die teilweise noch andauerten. Aus ermittlungstaktischen Gründen würden vorerst keine weiteren Informationen veröffentlicht.

Wie Küssels Anwalt gegenüber der APA mitteilte, sei es im Zuge der Hausdurchsuchung weder zu Festnahmen noch zu Befragungen gekommen.

Juristische Niederlage für Küssel

Erst kürzlich musste Küssel in einer anderen Angelegenheit eine juristische Schlappe hinnehmen. Wie „Die Presse“ Anfang des Monats berichtete, scheiterte sein Versuch, einen neuen Reisepass zu erhalten, endgültig. Nach einer Verurteilung waren ihm Pass und Personalausweis bereits 2016 entzogen worden. Sein letztes Rechtsmittel dagegen blieb nun erfolglos.

Credits: APA

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