Paketsteuer: Ab 2027 zahlen auch Amazon-Spar-Abos die 2,40 Euro

Paketsteuer: Ab 2027 zahlen auch Amazon-Spar-Abos die 2,40 Euro

Waschmittel, Kaffee, Katzenfutter – wer solche Dinge regelmäßig per Amazon-Spar-Abo bestellt, ist bisher von der neuen Paketsteuer verschont geblieben. Damit ist ab dem kommenden Jahr Schluss. Amazon hat seine Kunden per Mail informiert, dass die Abgabe ab 2027 auch bei diesen Lieferungen fällig wird.

Der Hinweis im Kleingedruckten

Die Ankündigung findet sich laut “Heute” am Ende einer aktuellen Amazon-Mail unter dem Punkt “Österreichische Paketsteuer”. Zunächst beruhigt der Konzern: “Für deine regelmäßigen Spar-Abo-Lieferungen ändert sich im Moment nichts für dich, und deine Spar-Abos laufen wie gewohnt weiter.” Dann folgt der entscheidende Satz: “Ab 2027 wird die Paketsteuer auch bei regelmäßigen Lieferungen erhoben. Wir informieren dich, bevor sich etwas ändert.” Einen genauen Termin nennt Amazon nicht, ebenso wenig, wie die Abgabe bei Spar-Abos verrechnet wird.

Bis zu knapp 29 Euro im Jahr

Seit 1. Oktober gilt die Paketsteuer in Österreich. Die gesetzliche Abgabe beträgt zwei Euro, mit 20 Prozent Umsatzsteuer werden daraus 2,40 Euro. Amazon weist sie bei normalen Bestellungen als eigene Position an der Kasse aus, einmal pro Bestellung, unabhängig von der Zahl der Artikel oder Pakete. Kommen die 2,40 Euro künftig auch auf jede Spar-Abo-Lieferung, summiert sich das: Bei einer Lieferung im Monat wären es laut “Heute” 28,80 Euro im Jahr. Gerade bei günstigen Produkten würde der Preisvorteil des Spar-Abos damit spürbar schrumpfen. Die Rabatte selbst sollen vorerst bestehen bleiben.

Wer die Steuer zahlt

Die Paketsteuer betrifft nicht jeden Onlinehändler. Erfasst sind große Versandhändler und Plattformen, deren relevanter Umsatz in Österreich mehr als 100 Millionen Euro beträgt. Neben Amazon zählen laut “Heute” unter anderem Temu, Zalando, Otto, AliExpress und MediaMarkt dazu. Mit den Einnahmen will die Regierung die Senkung der Mehrwertsteuer auf ausgewählte Grundnahrungsmittel gegenfinanzieren, die seit Juli gilt.

Ein Dauerstreitthema

Politisch ist die Abgabe hoch umstritten. Die NEOS haben sie mitbeschlossen, Parteichefin Beate Meinl-Reisinger nannte sie später aber einen “Murks” und will sie wieder abschaffen. Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) verteidigt sie dagegen, die Paketsteuer sei “keine Schnapsidee” gewesen. Beim Regierungsgipfel Mitte Oktober stand das Thema nicht einmal auf der Tagesordnung. Die FPÖ hat angeboten, mit den NEOS für eine Abschaffung zu stimmen. Bis sich die Koalition einigt, zahlen die Kunden, demnächst auch die mit Spar-Abo.

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