„Orgasmus-Gap“: Sozialministerium sorgt für hitzige Debatte

„Orgasmus-Gap“: Sozialministerium sorgt für hitzige Debatte

Am Weltorgasmustag hat das österreichische Sozialministerium unter der Leitung von SPÖ-Ministerin Korinna Schumann mit einer ungewöhnlichen Kampagne für Aufsehen gesorgt. Mit dem Ziel, auf die sogenannte „Orgasmus-Lücke“ zwischen Männern und Frauen aufmerksam zu machen, veröffentlichte das Ministerium provokante Beiträge auf Social Media – und erntete dafür nicht nur Applaus.

„Frauen kommen seltener zum Höhepunkt“

In einem Posting auf Instagram erklärte das Ministerium: „Der Orgasmus-Gap existiert und ist auch kein Zufall. Gerade in heterosexuellen Beziehungen kommen Frauen selten zum Höhepunkt.“ Ziel der Kampagne sei es, Stress zu reduzieren, Entspannung zu fördern und auf strukturelle Unterschiede in der sexuellen Zufriedenheit hinzuweisen. Das Ministerium betonte, dass auch Tabus zur Gesundheitsaufklärung gehören.

Kritik aus allen Lagern

Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Innerhalb der SPÖ und auch von anderen Parteien hagelte es Kritik. „Da ist man gerne konservativ“, zitiert die „Krone“ eine Zuschrift. Auch in den sozialen Medien entbrannte ein regelrechter Shitstorm. „Ihr seid doch total verrückt geworden! Kümmert euch um Gesundheitswesen, Infrastruktur, Grenzschutz usw.“, schrieb ein Nutzer laut „oe24“. Andere warfen dem Ministerium vor, Steuergelder für „Schund“ zu verschwenden.

Emojis und Pornos: Kommunikationsstil in der Kritik

Besonders die Art der Ansprache sorgte für Stirnrunzeln. Mit plakativen Emojis wie Grapefruit, Pfirsich und Aubergine wollte das Ministerium offenbar eine jüngere Zielgruppe ansprechen. Doch viele empfanden diesen Stil als unseriös. Laut „Heute“ erklärte das Ministerium, dass das Verständnis von Sex oft männlich geprägt sei und durch Mainstream-Pornos vermittelt werde. Sexualaufklärung müsse daher auch Lust und Vielfalt thematisieren.

Ein Thema, das polarisiert

Während die einen die Offenheit des Ministeriums loben, sehen andere die Aktion als überflüssig an. „Es wird immer dümmer und peinlicher. Schämt euch in Grund und Boden“, fasste eine Nutzerin auf Facebook zusammen. Doch das Ministerium bleibt standhaft: „Wir informieren junge Menschen dort, wo sie sind – in einer Sprache, die sie verstehen“, so ein Sprecher gegenüber der „Krone“.

quellen: exxpress.at, krone.at, heute.at, oe24.at
credits: APA

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