Die ehemalige ORF-Korrespondentin Sonja Sagmeister erhebt schwere Vorwürfe gegen ihren ehemaligen Arbeitgeber. In einem Interview mit oe24 schildert sie ihre Erfahrungen und spricht von systematischer Ausgrenzung und Diskriminierung. Der Fall sorgt für Aufsehen und wirft ein Schlaglicht auf die Arbeitsbedingungen beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk.
Vom Wirtschaftsjournalismus ins „Todesarchiv“
Sonja Sagmeister, eine langjährige und hochqualifizierte Wirtschaftsjournalistin, wurde nach eigenen Angaben in eine berufliche Sackgasse gedrängt. Nachdem sie sich geweigert hatte, sich in ihrer journalistischen Arbeit einschränken zu lassen, spürte sie die Konsequenzen. Laut oe24 wurde sie in eine andere Abteilung versetzt, wo sie nur noch Nachrufe aus Archivmaterial erstellen durfte – eine Position, die sie selbst als „Todesarchiv“ bezeichnete.
Sagmeister erklärte gegenüber der Zeitung „Welt“: „Nachdem ich als langjährige Wirtschaftsjournalistin Interventionen von innen und außen transparent zurückgewiesen habe, wurde ich methodisch kaltgestellt.“ Am Ende sei sie sogar persönlich vom Generaldirektor gekündigt worden.
„Kein Platz für Frauen über 50“
Besonders brisant: Sagmeister sieht in ihrer Kündigung ein Muster. Sie ist überzeugt, dass der ORF für topausgebildete Frauen über 50 keinen Platz mehr hat. „Man bekommt den Eindruck, dass der ORF für topausgebildete Frauen über 50 keinen Platz mehr hat“, sagte sie im Gespräch mit oe24. Ihrer Meinung nach könnten Frauen, die als unbequem gelten, schnell ins Abseits gedrängt werden.
Ein Leben für den Journalismus
Die Vorwürfe wiegen schwer, denn Sagmeister ist nicht nur eine erfahrene Journalistin, sondern auch eine Akademikerin. Sie hat ein Doktoratsstudium absolviert, Bücher veröffentlicht und sich kontinuierlich weitergebildet. Doch trotz ihrer Qualifikationen sieht sie sich mit einem System konfrontiert, das Frauen wie sie ausgrenzt.
Auch andere Kolleginnen wie Birgit Fenderl und Claudia Reiterer, ebenfalls über 50 und hochqualifiziert, seien betroffen. Sagmeister betont: „Ich war nie ein Schoßhündchen, habe meine Arbeit aber immer sehr ernst genommen.
Credits: APA
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