Der ORF steht erneut im Zentrum einer hitzigen Debatte. Im Stiftungsrat wurde erstmals die Summe bekannt, die für die Pension des ehemaligen Spitzenmanagers Pius Strobl zurückgestellt wurde: satte 2,4 Millionen Euro. Diese Enthüllung wirft nicht nur Fragen zur internen Finanzpolitik des ORF auf, sondern auch zu den Hintergründen eines internen Machtkampfes.
Streit um Pensionszahlungen eskaliert
Wie die Finanzdirektorin Eva Schindlauer im Stiftungsrat bekanntgab, hat der ORF für Strobls Pension eine Rückstellung in Millionenhöhe vorgenommen. Laut Insidern soll Strobl, der als Kommunikationschef und „Licht ins Dunkel“-Verantwortlicher über Jahre hinweg eine zentrale Rolle im ORF spielte, eine jährliche Pension im sechsstelligen Bereich erhalten. Diese Summe sorgt für Unmut, insbesondere da der ehemalige ORF-Generaldirektor Roland Weißmann die Auszahlung in dieser Höhe verweigerte. Weißmann und Schindlauer bezeichneten den Vertrag als „überschießend“.
Intrigen und Vorwürfe
Die Diskussion um Strobls Pension ist eng mit den Vorwürfen gegen Weißmann verknüpft. Eine Mitarbeiterin, die Weißmann der sexuellen Belästigung beschuldigte, wird von demselben Anwalt vertreten wie Strobl. Kritiker vermuten eine Intrige, um Weißmann zu Fall zu bringen. Strobl selbst weist diese Vorwürfe zurück und betont, dass er lediglich Personen unterstütze, die Hilfe benötigten.
Strobl erhebt schwere Vorwürfe
In einem Interview mit „oe24“ schilderte Strobl seine Sicht der Dinge. Er spricht von „Mobbing und Bossing“ durch die Führungsebene des ORF und wirft vor, dass vertrauliche Informationen gezielt an externe Stellen weitergegeben wurden, um ihn zu diskreditieren. Zudem kündigte er an, den ORF ab 2027 zu verklagen, sollte ihm die zugesagte Pension verweigert werden.
Ein Fall für die Gerichte
Auch Stiftungsrat Peter Westenthaler sieht die Angelegenheit kritisch und bezeichnet die Pensionsregelung als „Fall für die Gerichte“. Strobls Vertrag, der auf eine Zusage aus dem Jahr 2010 zurückgeht, sei rechtlich umstritten. Strobl selbst betont, dass es sich um eine „freiwillige Pensionsleistung“ handle, die ihm rechtmäßig zustehe.
Ein teures Erbe
Die Causa Strobl zeigt einmal mehr die Herausforderungen, mit denen der ORF konfrontiert ist. Neben finanziellen Belastungen durch großzügige Pensionszusagen steht der Sender auch politisch unter Druck. Die Frage, wie der ORF künftig mit solchen Fällen umgehen wird, bleibt offen.
Quellen: oe24.at
Credits: APA
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