Der Rücktritt von ORF-Generaldirektor Roland Weißmann sorgt für Aufsehen. Nach Vorwürfen einer Mitarbeiterin wegen unangemessenen Verhaltens zog der 57-Jährige die Konsequenzen und legte sein Amt nieder. Die politische Landschaft reagiert prompt – und nicht ohne Seitenhiebe.
Politische Reaktionen: Lob und Forderungen
SPÖ-Mediensprecher Klaus Seltenheim lobte das rasche Handeln des Stiftungsrats: „Es ist gut, dass angesichts der gravierenden Vorwürfe schnell und konsequent gehandelt wurde.“ Gleichzeitig betonte er, dass es „wieder einmal Frauen sind, die es richten müssen“, und verwies auf die interimistische Übernahme durch Radiodirektorin Ingrid Thurnher.
Auch die Grünen begrüßten den Schritt. Sigrid Maurer, Mediensprecherin der Partei, erklärte: „Der Rücktritt war notwendig, um den ORF zu schützen.“ Sie forderte zudem eine Unternehmenskultur, die Machtmissbrauch verhindert.
NEOS-Generalsekretär Douglas Hoyos hingegen mahnte Transparenz bei der Neubesetzung des Postens an. „Die Politik muss sicherstellen, dass ein objektives und professionelles Verfahren gewährleistet wird“, so Hoyos.
Ein Rücktritt zur Unzeit
Der Zeitpunkt des Rücktritts könnte für den ORF kaum ungünstiger sein. In wenigen Wochen steht der Eurovision Song Contest in Wien an, und die Ausschreibung für die nächste Funktionsperiode des Generaldirektors ab 2027 ist ebenfalls in Vorbereitung. Weißmann hatte offenbar eine erneute Bewerbung geplant, doch nun stehen andere Namen im Raum, darunter Alexander Hofer und Philipp König.
Thurnher übernimmt: Eine Frau an der Spitze
Bis zur Neubesetzung übernimmt Ingrid Thurnher, die amtierende Radiodirektorin, die Führung des ORF. Stiftungsratsvorsitzender Heinz Lederer zeigte sich überzeugt: „Mit ihrer Erfahrung wird sie den ORF souverän durch diese herausfordernden Zeiten führen.“
Ein turbulenter Neustart
Der Rücktritt von Roland Weißmann markiert einen Wendepunkt für den ORF. Während die Vorwürfe noch aufgeklärt werden müssen, steht der Sender vor der Herausforderung, Vertrauen und Stabilität wiederherzustellen – und das inmitten eines ohnehin schwierigen Jahres.
Quellen: oe24.at, derStandard.at, orf.at, heute.at, kurier.at, ots.at
Credits: APA
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