Entlang der Wiener Ringstraße hängen seit einigen Tagen rätselhafte Plakate: Kickl als Marionette von Putin, Trump und Orbán. Das Rätsel um den Urheber ist gelöst — die FPÖ zeigt sich wenig beeindruckt.
Die Plakate und ihre Botschaft
Wie heute.at als erste berichtete, tauchten in Wien rätselhafte Plakate auf, die FPÖ-Chef Herbert Kickl in illustrer Gesellschaft zeigen: Flaniert von Ungarns Ex-Premier Viktor Orbán, US-Präsident Donald Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin — dargestellt in einer inszenierten Szene mit EU-Flaggen im Hintergrund. Die drei Politiker reden auf Kickl ein: Orbán flüstert ihm „EU sabotieren“ ins Ohr, Putin und Trump sprechen ihm zu mit Botschaften wie „Freundschaftsvertrag! Krieg“ und „Ich bombardiere! Ihr zahlt!“ Die Schlusszeile darunter: „Österreich braucht echte Patrioten! Keine Marionetten.“
Das Impressum klärt das Rätsel
Wer dahinter steckt, war zunächst unklar. Wie oe24 berichtet, liefert das Impressum die Antwort: Es ist die Volkspartei. Die ÖVP fährt damit eine gezielte Anti-FPÖ-Kampagne — kurz nachdem ÖVP-Generalsekretär Nico Marchetti im Nationalrat die FPÖ scharf kritisiert und erklärt hatte: „Wir brauchen keinen Trump-Orban-Fanclub in Österreich, sondern echte Patrioten.“ Laut exxtra24.at sorgte die Kampagne in der Bevölkerung für geteilte Reaktionen — manche feiern sie als mutigen Schritt gegen die FPÖ, andere sehen darin eine gezielte Provokation.
Kickls Reaktion: Unbeeindruckt
Wie exxpress berichtet, zeigte sich Kickl von der ÖVP-Aktion wenig erschüttert. Er interpretierte die Plakate als Zeichen der Nervosität seines Koalitionspartners. Die FPÖ liege in den Umfragen mit 37 Prozent klar voran — da müsse man sich offenbar mit ungewöhnlichen Mitteln Luft verschaffen. Dass ausgerechnet die ÖVP, die Kickl zum Koalitionspartner ihrer Wahl hätte machen können, nun gegen ihn plakatiere, sei bezeichnend für den internen Zustand der Volkspartei.
Pikante Ironie: Die Verbündeten wackeln
Die Botschaft der Plakate trifft die FPÖ zu einem Zeitpunkt, der für sie tatsächlich komplex ist. Trump hat nach Beginn des Iran-Krieges die Begeisterung in der FPÖ-Führung merklich abkühlen lassen — wie oe24 festhält, ist von Lob für den US-Präsidenten in der Partei derzeit wenig zu hören. Orbán verlor im April die Parlamentswahl in Ungarn — ein weiterer Verbündeter weniger. Und Putin ist ohnehin seit Kriegsbeginn in Österreich kein öffentlich salonfähiges Thema.
Die Plakate zeigen also ein Bild, das die FPÖ selbst gerade diskret zu bereinigen versucht. Das macht sie politisch spitz — auch wenn Kickl das öffentlich nicht zugeben wird.
Credits: APA
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