Wien – Es ist die größte Reform des Waffengesetzes seit 30 Jahren! Nach dem tragischen Amoklauf in Graz zieht die Regierung die Reißleine. Doch nicht alle sind begeistert.
Ein Land unter Schock
Der Amoklauf an einer Grazer Schule im Juni 2025 hat Österreich erschüttert. Zehn Menschen verloren ihr Leben, unzählige wurden traumatisiert. Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) sprach von einem „Weckruf“, der die Politik zum Handeln zwang. „Wir dürfen nicht zur Tagesordnung übergehen“, betonte er im Nationalrat. Die Antwort: Ein umfassendes Maßnahmenpaket, das den Zugang zu Waffen drastisch erschwert.
Strengere Regeln für Waffenbesitzer
Die Reform sieht unter anderem vor:
- Höheres Mindestalter: Pistolen und Revolver gibt es erst ab 25 Jahren, Flinten ab 21.
- Psychologische Tests: Wer eine Waffe will, muss sich einer strengen Eignungsprüfung unterziehen.
- Längere Abkühlphase: Zwischen Kauf und Übergabe der Waffe liegen künftig vier Wochen – genug Zeit, um „Impulskäufe“ zu verhindern.
- Besserer Datenaustausch: Behörden sollen enger zusammenarbeiten, um potenzielle Gefährder frühzeitig zu erkennen.
„Es ist ein Meilenstein für die Sicherheit in unserem Land“, so Karner. Auch die SPÖ und die Grünen lobten die Reform. „Endlich wird gehandelt!“, jubelte Sabine Schatz (SPÖ).
FPÖ: „Schikane gegen Bürger!“
Doch nicht alle sind zufrieden. Die FPÖ sieht in der Reform eine „Schande“. Generalsekretär Christian Hafenecker wetterte: „Das Gesetz ist ein bürokratisches Monster, das den legalen Waffenbesitz fast unmöglich macht!“ Die Freiheitlichen argumentieren, dass der Amoklauf auch mit den neuen Regeln nicht verhindert worden wäre. Stattdessen fordert die FPÖ härtere Maßnahmen gegen illegale Waffen und „importierte Kriminalität“.
Jäger und Sportschützen atmen auf
Für Jäger und Sportschützen gibt es Ausnahmen. „Wir haben eine strenge Ausbildung und gehen verantwortungsvoll mit Waffen um“, erklärte ein Sprecher des Jagdverbands. Auch Milizsoldaten und Schützenvereine profitieren von Sonderregelungen.
Ein Schritt in die richtige Richtung?
Die Reform ist ein Kompromiss. Während die Grünen noch strengere Regeln fordern, sieht die FPÖ die Freiheit der Bürger in Gefahr. Doch eines ist klar: Der Amoklauf von Graz hat eine Debatte angestoßen, die Österreich verändert hat.
Wie die „Parlamentskorrespondenz“ berichtet, stimmten 121 Abgeordnete für die Reform, 50 dagegen. Die Regierung zeigt sich entschlossen: „Wir werden alles tun, um solche Tragödien in Zukunft zu verhindern.“
Quellen: ORF, Parlamentskorrespondenz
Credits: APA
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