Die österreichische Wirtschaft steht vor einer Zerreißprobe: Die Exporte, jahrzehntelang das Rückgrat des Wohlstands, brechen dramatisch ein. Experten schlagen Alarm – und die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache.
Einbruch in Zahlen: Die Schockstatistik
Wie die Statistik Austria berichtet, sind die Exporte in Drittstaaten im Juni 2025 um satte 14,8 Prozent eingebrochen. Auch der Handel mit EU-Ländern verzeichnete ein Minus von 5,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Noch 2024 konnte Österreich eine positive Handelsbilanz vorweisen – ein Erfolg, der nun wie ein Kartenhaus zusammenfällt.
Die Denkfabrik Agenda Austria warnt eindringlich: „Die österreichischen Exporte brechen ein – das ist ein Warnsignal für den gesamten Standort.“ Die Gründe? Explodierende Lohnkosten, steigende Energiepreise und eine der höchsten Steuer- und Abgabenquoten weltweit. Während andere Länder reformieren, diskutiert Österreich über neue Regulierungen. „Das ist ein Rezept für den Niedergang“, so Agenda Austria.
Rekordausgaben, aber keine Ergebnisse
Franz Schellhorn, Direktor der Agenda Austria, rechnet im Interview mit News scharf mit der Regierung ab: „Mit den höchsten Staatsausgaben in der Geschichte haben wir das niedrigste Wirtschaftswachstum.“ Österreich verliere seit sechs Jahren an Wohlstand, und das Vertrauen in den Standort sei „am Nullpunkt“. Die Regierung setze auf Passivität, statt dringend notwendige Reformen anzugehen.
Globaler Wettbewerb: Österreich fällt zurück
Auch Monika Köppl-Turyna von EcoAustria sieht schwarz. Im IMD-World Competitiveness Ranking 2025 landet Österreich nur auf Platz 26. Länder wie Schweden und die Schweiz ziehen mit konsequenten Reformen davon. Köppl-Turyna kritisiert: „Österreich spart an der falschen Stelle.“ Statt in Infrastruktur zu investieren, fließen Gelder in Pensionsgeschenke und öffentliche Gehälter – ein Nullsummenspiel, das langfristig den Wohlstand gefährdet.
Lohnpolitik: Ein Bumerang für die Wirtschaft
Ein weiterer Stolperstein ist die automatische Lohnindexierung, die nur noch in Österreich und Belgien praktiziert wird. „Für die Exportindustrie ist das fatal“, warnt Schellhorn. Höhere Lohnkosten machen österreichische Produkte teurer und weniger wettbewerbsfähig. Die Folge: Aufträge und Marktanteile gehen verloren.
Die Uhr tickt
Die Signale sind eindeutig: Ohne Reformen droht Österreich eine gefährliche Abwärtsspirale. Die Exportwirtschaft ist nicht nur ein Randthema, sondern die Grundlage für Wachstum und Wohlstand. Doch die Politik scheint weiterhin auf Zeit zu spielen – ein riskantes Spiel, das Österreich teuer zu stehen kommen könnte.
Quellen:
- Statistik Austria
- Agenda Austria
- EcoAustria
- IMD-World Competitiveness Ranking 2025
- exxpress.at
Credits: APA
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