„Österreich am Boden“ – Ex-ÖVP-Abgeordneter Engelberg rechnet gnadenlos ab

„Österreich am Boden“ – Ex-ÖVP-Abgeordneter Engelberg rechnet gnadenlos ab

Österreich steht am Abgrund – zumindest wenn man den Worten des ehemaligen ÖVP-Abgeordneten Martin Engelberg Glauben schenkt. In seinen neuesten Analysen, die er in seinem Format „Engelberg – Politics & Psychoanalyse“ veröffentlicht, zeichnet er ein düsteres Bild: Die Wirtschaft bricht ein, die Stimmung im Land ist am Tiefpunkt und die Regierung scheint die Kontrolle zu verlieren. „Wir sind wirklich am Boden“, so Engelberg. „Die täglichen Hiobsbotschaften drücken nicht nur auf die Konjunktur, sondern auch auf die Psyche der Menschen.“

Engelberg sieht die Hauptschuld bei der Regierung, die er als „nicht reformfähig“ bezeichnet. Betriebe schließen, Produktionen werden ins Ausland verlagert, und die Exporte brechen dramatisch ein – ein Rückgang, wie ihn Österreich seit Jahren nicht mehr erlebt hat. Die Folge: Die Wirtschaftsleistung pro Kopf liegt inflationsbereinigt bereits unter dem Niveau von 2019.

Teuerung und Arbeitslosigkeit: Ein Teufelskreis

Die wirtschaftlichen Probleme werden durch die Rückkehr der Teuerungswelle verschärft. Nach einer kurzen Entspannung steigt die Inflation 2025 wieder auf vier Prozent, während die Arbeitslosenquote auf 7,5 Prozent klettern soll. Engelberg warnt: „Das Vertrauen in den Standort ist am Nullpunkt.“ Auch die hohen Abgabenquoten und steigenden Energiepreise tragen dazu bei, dass Österreich an Wettbewerbsfähigkeit verliert.

Koalition im Selbstzerstörungsmodus?

Besonders scharf geht Engelberg mit der aktuellen Regierung ins Gericht. „Warum hat die Regierung in diesen neun Monaten nicht zumindest ein paar fundamentale Dinge weitergebracht?“, fragt er in einem seiner Videos. Statt Reformen gebe es ein politisches Schwarze-Peter-Spiel, bei dem die Schuld auf andere – Länder, Gemeinden oder die wirtschaftliche Lage in Europa – geschoben werde. Engelberg sieht die Koalition am Anfang ihres Endes: „Das ist ein klassisches Symptom einer Regierung, die den Überblick verliert.“

Die SPÖ wittert ihre Chance

Engelberg sieht auch die SPÖ in einer starken Position, die sie konsequent ausnutzt. Er zieht Parallelen zur früheren Koalition mit den Grünen, die es geschafft hätten, die ÖVP „wie am Nasenring durch die Manege zu ziehen“. Ähnliches beobachtet er nun wieder: „Die SPÖ wird bei Budgetfragen ihre Zähne zeigen und vermutlich höhere Steuern, auch Vermögenssteuern, fordern.“

Wirtschaftskammer-Skandal als weiteres Alarmzeichen

Der Rücktritt des Wirtschaftskammer-Präsidenten Harald Mahrer ist für Engelberg ein weiteres Indiz für die Krise. Er kritisiert die „Zwangsmitgliedschaft“ in den Kammern und die hohen Beiträge. „Die Kammern sind ein System, das wirkt, als wäre es aus der Zeit gefallen“, so Engelberg. Doch Reformen seien nicht in Sicht, da sowohl ÖVP als auch SPÖ in den Kammern fest verankert seien.

Quelle: Exxpress.at, Instagram

Credits: APA

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