Nach dem Gagen-Skandal in der Wirtschaftskammer kocht die Debatte über die Pflichtmitgliedschaft in den Kammern hoch. Nun schaltet sich auch Wolfgang Katzian in die Diskussion ein. Der Präsident des Österreichischen Gewerkschaftsbunds (ÖGB) warnt eindringlich vor den Folgen einer Abschaffung und spricht von einer direkten Schwächung der Arbeitnehmer im Land.
Das Ende der Kollektivverträge?
In einem Interview mit dem Sender oe24.TV machte Katzian unmissverständlich klar, was auf dem Spiel steht. Sollte die Pflichtmitgliedschaft in der Wirtschaftskammer fallen, wären Kollektivverträge nicht mehr allgemein verbindlich. Das österreichische Erfolgsmodell, das laut dem ÖGB-Chef derzeit 98 Prozent aller Arbeitnehmer schützt, wäre damit Geschichte. Er zog einen drastischen Vergleich zu Deutschland, wo nur 49 Prozent der Beschäftigten einem Kollektivvertrag unterliegen.
Katzian vermutet hinter den Forderungen nach einem Ende der „Zwangsmitgliedschaft“ ein ganz anderes Ziel: „Ich glaube, dass bei vielen, die jetzt die Zwangsmitgliedschaftskeule schwingen, im Hintergrund die Zielsetzung ist, Kollektivverträge zu schwächen, Arbeitnehmer zu schwächen, Spielregeln in der Arbeitswelt zu unterminieren.“ Seine klare Botschaft an alle Österreicher: „Denkt dreimal nach, bevor ihr das glaubt, was da kommuniziert wird.“
Ruf nach Anti-Teuerungskommission wird lauter
Neben der Kammer-Debatte sprach Katzian auch ein Thema an, das vielen Bürgern unter den Nägeln brennt: die Teuerung. Seit zwei Jahren fordere der ÖGB die Einrichtung einer Anti-Teuerungskommission. Diese solle die Preisentwicklung entlang der gesamten Wertschöpfungskette prüfen, um herauszufinden, wo die Preistreiber wirklich sitzen. Als Beispiel nannte er den Butterpreis, der von über drei Euro auf 1,59 Euro gefallen ist. Für Katzian ein Beweis, dass eine solche Kommission dringend nötig ist, um gezielt gegen die Inflation vorzugehen.
Quelle: oe24.TV
Credits: APA
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