Die Situation für die Ukraine wird aktuell nicht besser: Zwar wollen die europäischen Verbündeten noch ein gewaltiges Finanzpaket zur Unterstützung Kiews organisieren, doch der stärkste Bündnispartner – die US-Regierung – will einen raschen Waffenstillstand mit Russland und keine weiteren Milliardenzahlungen leisten.
Oberst Markus Reisner, der international gefragte Militärexperte des Bundesheeres und Ex-Kommandant der Garde, lieferte jetzt gegenüber SRF eine Analyse der aktuellen Lage in der Ukraine: „Die Ukraine hat nach drei Jahren Krieg nur eingeschränkte Möglichkeiten, einen derartigen Konflikt aus eigener Kraft weiterführen zu können. Das heißt, es ist entscheidend, was von den USA und von Europa geliefert wird. Wenn die USA ausfallen, dann müsste Europa einspringen, um das zu kompensieren. Die Frage ist, ob Europa bereit dazu ist und ob es das auch kann. Wenn die Unterstützung des Westens wegfällt, kann alles sehr schnell gehen.“
Die politische Führung Europas müsse sich auch endlich entscheiden: „Entweder man geht ,all in‘ und versucht den Krieg zugunsten der Ukraine rasch zu beenden oder man ist nicht bereit, das zu tun. Dies müsste man aber auch der Ukraine sagen. Das, was man jetzt tut, dieses elende Fegefeuer, ist aus meiner Sicht höchst unmoralisch.“
Sollte tatsächlich schon zu Ostern einen Waffenruhe in der Ukraine zwischen der US-Regierung und dem Kreml beschlossen werden, dann hätten die europäischen Staatschefs allerdings ohnehin nichts mehr zu entscheiden – sie würden vor vollendete Tatsachen gestellt.
Neueste Kommentare