Die Slowakei hat aufgrund unterbrochener Öllieferungen durch die Ukraine den Notstand ausgerufen. Seit Ende Januar fließt kein Öl mehr über die Druschba-Pipeline aus Russland, was die Versorgung des Landes massiv beeinträchtigt. Die Regierung in Bratislava hat daher beschlossen, strategische Reserven freizugeben, um die Versorgung der Tankstellen sicherzustellen. Dies berichtet die Nachrichtenagentur TASR.
Abhängigkeit von russischem Öl
Die Slowakei und Ungarn waren bisher stark von russischem Pipeline-Öl abhängig. Die Raffinerie Slovnaft, die mehrheitlich dem ungarischen Energiekonzern MOL gehört, hat in der Slowakei eine Monopolstellung bei der Versorgung mit Benzin und Diesel. Obwohl Slovnaft mittlerweile auch Öl über die Adria-Pipeline aus Kroatien beziehen kann, wird es laut Unternehmensangaben noch mehrere Wochen dauern, bis diese Kapazitäten vollständig genutzt werden können.
Politische Spannungen und Vorwürfe
Die Ukraine macht russische Angriffe auf die Pipeline-Infrastruktur für den Lieferstopp verantwortlich. Gleichzeitig wirft der slowakische Premierminister Robert Fico der Ukraine vor, die Wiederaufnahme der Lieferungen absichtlich zu blockieren, um politischen Druck auf Ungarn auszuüben. Kiew hingegen beschuldigt Ungarn, den Vorfall vertuscht zu haben, was Budapest zurückweist.
Maßnahmen zur Überbrückung
Um die Übergangszeit zu überbrücken, hat Slovnaft angekündigt, vorerst keine Hilfslieferungen an die Ukraine mehr zu leisten. Zudem hat Ungarn bei der Regierung in Budapest die Freigabe von 250.000 Tonnen strategischer Ölreserven beantragt. Kroatien hat sich bereit erklärt, den Transport über die Adria-Pipeline zu unterstützen, sofern dies mit EU- und US-Sanktionsrecht vereinbar ist.
Credits: APA
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