Der bekannte TV-Talkstar, Publizist und frühere BZÖ-Politiker Gerald Grosz (48) widmet sein neuestes Buch einer umfassenden Abrechnung mit der deutschen Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel – insbesondere ihrer Rolle in der Flüchtlingspolitik. Unter dem provokanten Titel „Merkels Werk. Unser Untergang“ erscheint das Werk demnächst im Grazer Stocker Verlag und umfasst mehr als 300 Seiten.
Im Mittelpunkt steht Merkels berühmter Satz „Wir schaffen das“, den sie am 31. August 2015 prägte – nur wenige Tage bevor Deutschland Tausende Flüchtlinge aus Ungarn aufnahm, die am Budapester Bahnhof festsaßen. Für Grosz ist dieser Satz zum Symbol einer folgenschweren Wende in der europäischen Migrationspolitik geworden – mit dramatischen Auswirkungen, wie er meint.
Prominente Stimmen gegen Merkel
Grosz belässt es nicht bei einer persönlichen Analyse: Für sein Buch hat er mehrere prominente Interviewpartner gewonnen, die Merkels Politik aus kritischer Sicht beleuchten. Zu Wort kommen unter anderem:
- Herbert Kickl, Bundesparteiobmann der FPÖ
- Hans-Georg Maaßen, ehemaliger Präsident des deutschen Verfassungsschutzes
- Václav Klaus, ehemaliger Präsident der Tschechischen Republik
- Tino Chrupalla, Bundessprecher der AfD
Diese Gesprächspartner sollen laut Grosz helfen, „ein Gesamtbild der politischen, gesellschaftlichen und sicherheitspolitischen Schäden“ zu zeichnen, die durch die Migrationspolitik der Kanzlerin entstanden seien.
Rückblick auf ein Jahrzehnt der Kritik
Neben neuen Beiträgen enthält das Buch auch eine Sammlung von Texten, Reden und Kommentaren, die Grosz zwischen 2017 und 2025 veröffentlicht hat. Darin zieht er eine Linie von der Flüchtlingskrise über gesellschaftliche Polarisierung bis hin zur heutigen Sicherheitslage in Europa.
Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums von Merkels Satz stellt Grosz die rhetorische Gegenfrage: „Schaffen wir uns ab?“ Seine Antwort fällt unmissverständlich aus – mit dem Buchtitel liefert er die These gleich mit: „Merkels Werk. Unser Untergang“.
Politischer Rundumschlag
Gerald Grosz ist bekannt für seine scharfe Rhetorik und pointierten Auftritte – sowohl in klassischen Medien als auch in sozialen Netzwerken. Als ehemaliger Präsidentschaftskandidat in Österreich und medienpräsenter Kritiker linker wie konservativer Politik provoziert er regelmäßig mit zugespitzten Aussagen.
Das neue Buch reiht sich in diese Linie ein: Es ist weniger eine nüchterne Analyse als ein politisches Manifest, das sich klar gegen die als „offene Tür“-Politik verstandene Migrationsstrategie richtet, die Merkel 2015 verfolgte. Befürworter einer liberalen Flüchtlingspolitik dürfte es nicht besonders gefallen – während Kritiker der Ära Merkel in Grosz’ Werk eine Bestätigung ihrer Sichtweise finden werden.
Credit: APA
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