Der ORF sortiert seine Auslandsbüros neu und setzt auf ein bekanntes Gesicht für die wohl schwierigste Aufgabe im Korrespondenten-Netzwerk. Während eine Ära zu Ende geht, steht der Nachfolger bereits in den Startlöchern.
Es ist eine Entscheidung mit Weitblick, die am Küniglberg getroffen wurde. Wenn Christian Wehrschütz, der langjährige und markante Balkan- und Ukraine-Experte des ORF, Ende 2026 seinen wohlverdienten Ruhestand antritt, steht sein Erbe für die Kriegsberichterstattung bereits fest. Wie die Tiroler Tageszeitung berichtet, wird Paul Krisai ab Spätherbst 2026 die Verantwortung für die Berichterstattung aus der Ukraine übernehmen.
Von Moskau nach Budapest – und weiter in die Ukraine
Die Personalrochade bringt auch strukturelle Veränderungen mit sich. Bisher lag die Zuständigkeit für das kriegsgebeutelte Land beim Büro in Belgrad unter der Leitung von Wehrschütz. Doch das wird sich ändern. Die Ukraine-Agenden wandern künftig in das Zuständigkeitsgebiet des Büros in Budapest.
Dort hat seit kurzem Paul Krisai das Sagen. Der 30-Jährige, der bereits als „Journalist des Jahres“ ausgezeichnet wurde, leitete zuvor das ORF-Büro in Moskau und kennt die schwierigen Bedingungen im Osten aus erster Hand. ORF-Chefredakteurin Gabriele Waldner-Pammesberger erklärte in einem Interview mit dem Kurier, wie oe24 zitiert: „Mit Paul Krisai haben wir nun jemanden in Budapest, der gelernt hat, mit so etwas umzugehen.“ Seine Jahre in Russland seien eine harte Schule für die Berichterstattung gewesen.
Ein Generationenwechsel mit Brisanz
Mit Paul Krisai setzt der ORF auf einen jungen, aber bereits krisenerprobten Journalisten. Seine neue Basis in Budapest wird damit zur Drehscheibe für die Berichterstattung aus einer der turbulentesten Regionen Europas. Während Ernst Gelegs sich nach 25 Jahren aus Budapest verabschiedete, wie der.orf.at meldet, übernimmt Krisai nun nicht nur dessen Büro, sondern in absehbarer Zeit auch die schwere Last der Ukraine-Berichterstattung.
Quellen: oe24, Tiroler Tageszeitung, Der Standard, Kleine Zeitung, der.orf.at
Credits: APA
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