Die Hähne bleiben trocken, die Felder verdorren, und Millionen Menschen blicken in eine düstere Zukunft. Was wie ein Endzeit-Szenario aus einem Hollywood-Blockbuster klingt, könnte für Teile Europas bald zur bitteren Realität werden. Forscher schlagen in einer dramatischen neuen Studie Alarm: Der „Tag Null“, der Tag, an dem kein Trinkwasser mehr aus der Leitung kommt, rückt näher – und das viel schneller als gedacht.
Forscher zeichnen ein Schreckensbild
Eine schockierende Analyse von Wissenschaftlern der Busan National University in Südkorea, veröffentlicht im renommierten Fachjournal „Nature Communications“, lässt die Welt aufhorchen. Ihre Klimasimulationen zeigen eine beängstigende Prognose. Vecchia Ravinandrasana und Christian Franzke, die Leiter der Studie, warnen, dass weltweit Millionen Menschen schon bald unter extremer Wasserknappheit leiden könnten. Besonders brisant: Bereits zwischen 2020 und 2030 könnten erste Regionen in die sogenannte „Day Zero Dürre“ eintreten.
Südeuropa im Fadenkreuz der Krise
Während viele die Wasserknappheit als Problem ferner Länder abtun, rückt die Gefahr direkt vor unsere Haustür. Die Studie identifiziert die Mittelmeerländer als einen der globalen Hotspots. Urlaubsparadiese wie Spanien, Italien und Griechenland stehen im Zentrum der drohenden Katastrophe. Ihnen droht in den kommenden Jahren ein regelrechter Wasserkollaps, der das Leben von Millionen Menschen grundlegend verändern würde. Doch auch Teile Nordamerikas und das südliche Afrika sind massiv betroffen.
Selbst das Klimaabkommen ist keine Rettung
Die Hoffnung, dass internationale Vereinbarungen das Schlimmste verhindern können, erhält einen herben Dämpfer. Wie Forscher Christian Franzke betont, sind die Folgen selbst bei Einhaltung der Klimaziele gravierend: „Unseren Berechnungen zufolge könnten aufgrund des zunehmenden Stresses 14 Prozent der großen Wasserreservoirs bereits während ihrer ersten Stunde-Null-Dürre-Ereignisse austrocknen.“
Sein Kollege Ravinandrasana fügt hinzu, dass die globale Erwärmung die Bedingungen für den „Tag Null“ weltweit beschleunigt. „Selbst wenn wir das 1,5-Grad-Ziel erreichen“, erklärt er laut „Nature Communications“, „werden Hunderte von Millionen Menschen immer noch mit beispiellosen Wasserknappheiten konfrontiert sein.“ Die Studie prognostiziert, dass bis zum Ende des Jahrhunderts 750 Millionen Menschen von extremer Wasserknappheit betroffen sein könnten – ein Weckruf, der lauter nicht sein könnte.
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