Ab dem 1. Mai 2026 wird es ernst für alle E-Scooter-Fahrer in Österreich. Die Regierung hat ein umfassendes Sicherheitspaket geschnürt, das nicht nur die Ausstattung der elektrischen Flitzer betrifft, sondern auch strenge Verhaltensregeln einführt. Ziel: Mehr Sicherheit auf den Straßen und weniger Unfälle.
Helmpflicht und Promillegrenze
Wie der ARBÖ berichtet, gilt künftig eine Helmpflicht für alle Fahrer unter 16 Jahren. Doch das ist nicht alles: Die Promillegrenze wird auf 0,5 gesenkt. Wer also nach einem Feierabendbier noch schnell mit dem Scooter nach Hause düsen will, sollte sich das zweimal überlegen.
Strenge Vorschriften für die Ausstattung
E-Scooter werden ab sofort als Fahrzeuge eingestuft und müssen entsprechend ausgestattet sein. Laut ÖAMTC sind folgende Elemente Pflicht:
- Bremsen, Hupe oder Klingel
- Blinker an den Lenkerenden
- Weiße und rote Rückstrahler sowie gelbe Seitenreflektoren
- Beleuchtung vorne und hinten, die bei Dunkelheit eingeschaltet sein muss
Keine „Fahrgemeinschaften“ mehr
Ein weiteres Highlight der neuen Regeln: E-Scooter dürfen nur noch von einer Person genutzt werden. „Fahrgemeinschaften“ oder der Transport von Gütern – sei es der Einkauf oder ein Rucksack an der Lenkstange – sind tabu. Kinder unter 12 Jahren dürfen nur in Begleitung eines Erwachsenen fahren, es sei denn, sie besitzen einen Radfahrausweis.
Automatisierte Zufahrtskontrollen
Besonders in Städten wie Wien wird es spannend: Automatisierte Kameras sollen künftig Fahrzeuge identifizieren, die unerlaubt in verkehrsberuhigte Zonen einfahren. Verkehrsminister Peter Hanke betont, dass dabei strenge Datenschutzrichtlinien gelten. Dennoch bleibt die Maßnahme umstritten, wie die FPÖ kritisiert.
E-Mopeds: Neue Regeln ab Oktober
Auch für E-Mopeds gibt es Änderungen, die allerdings erst ab Oktober 2026 greifen. Diese Fahrzeuge werden dann als Kraftfahrzeuge eingestuft und dürfen nicht mehr auf Radwegen fahren. Zudem gilt eine Führerschein-, Helm- und Versicherungspflicht.
Expertenmeinungen
Der ARBÖ begrüßt die Maßnahmen, hätte sich jedoch eine generelle Helmpflicht gewünscht. „Gerade bei jungen Fahrern sind schwere Kopfverletzungen keine Seltenheit“, so ARBÖ-Pressesprecher Sebastian Obrecht. Der ÖAMTC fordert hingegen Nachbesserungen bei der Blinkerpflicht, da nicht alle Modelle technisch nachgerüstet werden können.
Quellen: oe24.at, bmimi.gv.at, oeamtc.at, arboe.at, parlament.gv.at
Credits: APA
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