In der Nacht auf Sonntag kam es zu einer groß angelegten Angriffswelle auf die Ukraine. Nach Angaben ukrainischer Stellen handelte es sich um eine der größten Drohnen-Attacken seit Beginn des Krieges. In mehreren Städten, darunter auch in Kiew, wurden zahlreiche Gebäude beschädigt. Dabei kamen mindestens fünf Menschen ums Leben, darunter auch ein Säugling. Nach Informationen von Reuters habe die ukrainische Luftwaffe Hunderte Drohnen sowie Raketen registriert, die besonders die Energie-Infrastruktur ins Visier nahmen.
Schäden und Opfer in Kiew
Bei einem nächtlichen Angriff wurden in Kiew mehrere Hochhäuser sowie ein Regierungsgebäude schwer beschädigt. Nach Angaben des ukrainischen Katastrophenschutzes, zitiert von Südtirol News, starben eine junge Frau, ein Säugling sowie eine ältere Frau in einem Luftschutzraum. Regierungschefin Julia Swyrydenko teilte laut SN und Südtirol News via Telegram mit, dass das Dach und die oberen Stockwerke des Ministerkabinetts getroffen wurden. Die Feuerwehr kämpfte, so SN, stundenlang gegen das Feuer im Regierungsgebäude. Der Chef der Kiewer Militärverwaltung, Timur Tkatschenko, erklärte (siehe Südtirol News), dass mit den Angriffen gezielt zivile Ziele getroffen wurden. Unter den Verletzten befand sich nach Südtirol News auch eine schwangere Frau.
Angriffe und Luftalarm in weiteren Regionen
Am Sonntagmorgen wurde landesweit Luftalarm ausgelöst, wie laut ZDF und Südtirol News berichtet wird. Auch aus anderen Städten wurden, wie SN schreibt, Explosionen und Angriffe gemeldet. In Dnipropetrowsk wurde, so die lokale Militärverwaltung gegenüber SN, ein 54-jähriger Mann getötet und weitere Personen verletzt. Auch in Odessa, Charkiw, Krementschuk, Saporischschja und Krywyj Rih wurden, wie ZDF, SN und Südtirol News übereinstimmend berichten, zivile Infrastrukturen und Wohnhäuser attackiert. Mindestens 15 Menschen wurden nach Angaben von Iwan Fedorow, Leiter der Militärverwaltung von Saporischschja, verletzt (Südtirol News). In der Region Sumy wurde bereits am Samstag – so die offiziellen Stellen laut Südtirol News und SN – ein Mensch getötet, zu den Verletzten zählte ein neunjähriges Kind.
Polen aktiviert Luftwaffe
Insbesondere die heftigen Luftangriffe auf die Westukraine sorgten laut ZDF dafür, dass Polen seine Luftwaffe in höchste Bereitschaft versetzte. Das operative Kommando der polnischen Streitkräfte ließ, wie ZDF unter Berufung auf offizielle Mitteilungen erläutert, polnische und verbündete Militärflugzeuge im Grenzgebiet starten und setzte bodengestützte Luftverteidigungs- sowie Radaraufklärungssysteme auf höchste Alarmbereitschaft. Auch SN bestätigt die Aktivierung der polnischen Kräfte.
Gegenangriffe und weitere Meldungen
Das russische Verteidigungsministerium gab gegenüber der Nachrichtenagentur RIA an, dass in der betreffenden Nacht 69 ukrainische Drohnen abgeschossen wurden. Außerdem wurde über einen Brand in einer Ölraffinerie in der russischen Region Krasnodar nach einem Drohnenangriff berichtet, wie Südtirol News weiter meldet. Reuters und Südtirol News berichten zudem, dass die Ukraine sich zu einem erneuten Angriff auf die wichtige Ölpipeline Druschba in der russischen Region Brjansk bekannte, die russisches Öl nach Ungarn und in die Slowakei transportiert. Nach Angaben von Reuters betonte die ukrainische Seite, dass Angriffe auf russische Energieinfrastruktur dienen, die russische Kriegsmaschinerie zu schwächen.
Einordnung des Konflikts
Russland führt, wie alle genannten Quellen hervorheben (darunter ZDF, oe24.at, Reuters, SN und Südtirol News), seit mehr als dreieinhalb Jahren einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Während ukrainische Verteidiger immer wieder Ziele in Russland angreifen, ist das Ausmaß der Zerstörung und die Zahl ziviler Opfer auf ukrainischer Seite bedeutend höher, wie laut ZDF, Südtirol News und Reuters betont wird. Die Lage bleibt dynamisch; weitere Angriffe können in den kommenden Tagen nicht ausgeschlossen werden.
Quellen: oe24.at, Reuters, ZDF, Südtirol News, Salzburger Nachrichten (SN)
Credits: APA
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