NEOS starten ORF-Reform-Initiative – und nennen den Stiftungsrat ein „Gremium des Grauens“

NEOS starten ORF-Reform-Initiative – und nennen den Stiftungsrat ein „Gremium des Grauens“

Kurz vor der Wahl des neuen ORF-Generaldirektors setzen die NEOS ein politisches Signal: Am Donnerstag startete die Regierungspartei die Initiative „Reformieren statt demolieren“ – und macht damit Druck auf die Koalitionspartner ÖVP und SPÖ.

Shetty: „Vertrauen zertrümmert“

Wie oe24.at berichtet, brachte NEOS-Klubchef Yannick Shetty den Kern der Kritik auf den Punkt: „Mit einem reinen Führungswechsel an der ORF-Spitze kann es nicht getan sein. Das Vertrauen in den ORF ist zertrümmert, insbesondere in sein ‚Gremium des Grauens‘, den ORF-Stiftungsrat.“ Wer glaube, es würde ausreichen, „Personal auszutauschen und dann die Hände in den Schoß zu legen, holt den ORF nicht aus der Krise, sondern macht sich mitschuldig daran, wenn der ORF sein letztes Kapitel aufschlägt.“ Damit nahm Shetty laut oe24.at ausdrücklich auch die Koalitionspartner ÖVP und SPÖ in die Pflicht.

NEOS-Mediensprecherin Henrike Brandstötter schloss sich an. Wie neos.eu berichtet, erklärte sie: „Der ORF steckt in einer tiefen Krise. Wir brauchen eine umfassende Reform, die sicherstellt, dass alte Strukturen und Denkmuster endgültig gebrochen werden. Es gibt im öffentlich-rechtlichen Rundfunk ein strukturelles Problem mit Mobbing, Bossing und sexuellen Übergriffen. Damit muss endlich Schluss sein.“ Und gegenüber oe24.at ergänzte sie: „Der Punkt ist längst erreicht, an dem es mit dem ORF so nicht mehr weitergehen kann.“

Stiftungsrat auf zwölf Mitglieder verkleinern

Was die NEOS konkret fordern, ist seit Monaten bekannt und wird nun mit der neuen Initiative gebündelt. Wie horizont.at unter Berufung auf Brandstötter berichtet, wollen die Pinken den Stiftungsrat von derzeit 35 auf zwölf Mitglieder verkleinern – inklusive der drei Betriebsräte. Dazu sollen klare Unvereinbarkeitsregeln kommen: „Ein Stiftungsrat, der PR-Unternehmer ist und dessen Job es ist, Kunden in gutem Licht dastehen zu lassen, und der zugleich auch zum ORF in Konkurrenz stehende Kunden hat, geht einfach nicht.“ Laut neos.eu soll der politisch besetzte Stiftungsrat durch einen „schlankeren, fachlich qualifizierten Aufsichtsrat“ ersetzt werden.

FPÖ im Visier – aber auch Koalitionspartner unter Druck

Shetty nimmt in der Initiative auch die FPÖ ins Visier. Wie neos.eu berichtet, sagte er: „Die FPÖ will den ORF nicht entpolitisieren. Sie will ihn blau einfärben. Die FPÖ redet von Entparteipolitisierung und schickt gleichzeitig Peter Westenthaler in den Stiftungsrat. Das ist, als würde man einen Alligator in einen Streichelzoo schicken und sagen: ‚Der will nur spielen‘.“

Doch auch Medienminister Andreas Babler (SPÖ) gerät unter Druck. Wie oe24.at berichtet, hat Babler zwar einen ORF-Reformprozess angekündigt – allerdings erst im Laufe des Sommers, also lange nach der Wahl der neuen Generaldirektion im Juni. Für die NEOS kommt das zu spät.

Hackathon, Pressekonferenz, Website – eine Reformkampagne

Die Initiative ist dabei mehr als eine Presseaussendung. Wie neos.eu berichtet, hatte der NEOS Lab bereits im Februar 2026 einen ganztägigen Hackathon im Wiener Funkhaus veranstaltet, bei dem Bürger und Publikum gemeinsam an einer Reformgrundlage gearbeitet hatten. Nun bündeln die Pinken die Ergebnisse unter orf-reform.at – einer eigens eingerichteten Plattform, auf der die Reformvorschläge öffentlich zugänglich sind.

Credits: APA

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