Nach Desaster: Harald Zierfuß neuer Klubchef der Wiener ÖVP

Nach Desaster: Harald Zierfuß neuer Klubchef der Wiener ÖVP

Die Wiener ÖVP will nach ihrem Wahl-Debakel wieder fest auf beiden Beinen stehen: Der erst 25-jährige Harald Zierfuß löst Markus Wölbitsch ab, der bereits vor der Wahl seinen Rückzug aus der Politik angekündigt hatte und künftig im Weinbau tätig ist.

Harald Zierfuß, seit 2020 Mitglied des Gemeinderats, galt bereits in seiner ersten Legislaturperiode als aufstrebender Vertreter der Parteijugend. Damals war er mit 21 Jahren einer der jüngsten Abgeordneten im Wiener Landesparlament. Innerhalb der Rathausfraktion verantwortete er bisher die Bildungsthemen – ein Bereich, in dem er bereits vor seiner politischen Karriere intensiv tätig war: Von 2016 bis 2018 war er Bundesschulsprecher und zuvor in verschiedenen Gremien der Schülervertretung aktiv.

Neuanfang mit geschrumpfter Fraktion

Die Ausgangslage für den neuen Klubobmann ist herausfordernd: Nach dem Wahldebakel Ende April schrumpfte die ÖVP-Fraktion im Wiener Gemeinderat von 22 auf nur noch zehn Mandate. Trotz dieser deutlichen Schwächung will Zierfuß die Rolle der ÖVP als „aktive und kritische Kontrollkraft“ im Rathaus neu beleben. „Wir werden Missstände klar benennen, aber auch konstruktive Lösungsansätze anbieten“, erklärte er in einer ersten Stellungnahme.

Lob für die Personalentscheidung kam vom neuen Wiener ÖVP-Chef Markus Figl, der selbst erst kürzlich das Ruder übernommen hat. Zierfuß bringe „beeindruckende politische Erfahrung“ mit, sagte Figl, und hob dessen „fachliche Kompetenz“ hervor, die dieser trotz seines jungen Alters unter Beweis gestellt habe.

Mit der Bestellung von Zierfuß setzt die Wiener Volkspartei ihren Kurs der personellen Erneuerung fort. Nach der Wahlniederlage war klar geworden, dass neue Gesichter und frische Ansätze gefragt sind, um das Vertrauen der Wählerinnen und Wähler zurückzugewinnen. Ob Zierfuß diesen Erwartungen gerecht wird, dürfte sich in den kommenden Monaten zeigen – insbesondere im Umgang mit der politischen Konkurrenz und in der inhaltlichen Positionierung einer stark dezimierten Opposition.

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