Der Mordfall Kottingbrunn ist gelöst. Wenige Tage nach dem Auffinden einer erschossenen 27-Jährigen in ihrer Wohnung im Bezirk Baden hat die Polizei einen Tatverdächtigen festgenommen – und der zeigte sich umfassend geständig.
Über Facebook kennengelernt – dann drei Schüsse in den Kopf
Wie vol.at unter Berufung auf Angaben des Verteidigers berichtet, hatten die Frau und der Täter – ein gleichaltriger Steirer – sich über Facebook kennengelernt und auch persönlich getroffen. Der 27-Jährige war laut seinem Rechtsanwalt Manfred Arbacher-Stöger danach ein Verhältnis mit der Frau eingegangen. Weil er sich von ihr gedemütigt und gekränkt gefühlt habe, soll er am 14. Mai mit einer legal besessenen Pistole – er ist Sportschütze – zur Wohnung der 27-Jährigen gefahren sein. Dort schoss er ihr laut Geständnis dreimal in den Kopf. Wie vol.at weiter berichtet, hatte die Polizei den Mann über die Auswertung von Handydaten auf die Spur gebracht: Das Opfer und der Verdächtige hatten bis zur Tat mehrmals täglich miteinander telefoniert.
Geständnis – Täter in Justizanstalt überstellt
Wie vienna.at berichtet, zeigte sich der 27-Jährige laut Verteidiger Arbacher-Stöger „umfassend geständig“. Noch am Donnerstag wurde er laut vol.at in die Justizanstalt Wiener Neustadt überstellt. Die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt wollte die Festnahme auf APA-Anfrage laut noe.ORF.at „aus kriminaltaktischen Gründen“ weder bestätigen noch kommentieren.
Wie der Fall aufgedeckt wurde
Die Ermittlungen waren zunächst nicht einfach. Wie noe.ORF.at berichtet, hatten die Eltern der Frau am 14. Mai – Christi Himmelfahrt – ihre Tochter leblos in der Wohnung aufgefunden, nachdem sie tagelang vergeblich versucht hatten, sie zu erreichen. Zunächst war auch ein Sturz als Todesursache in Betracht gezogen worden – doch weil es sich laut Kronen Zeitung um ein Kleinkaliber 22 handelte, war der Schusskanal zunächst nicht erkennbar. Erst die angeordnete Obduktion brachte die Gewissheit: Tod durch Kopfschuss. Am Tatort fanden sich laut noe.ORF.at keine Einbruchsspuren – die Frau hatte den Täter offenbar selbst eingelassen.
Bereits 14. Femizid im Jahr 2026
Wie der Standard berichtet, reiht sich der Fall in eine erschreckende Serie ein: Es handelt sich um den 14. Femizid in Österreich im Jahr 2026. Bereits am Mittwoch war ein weiterer Fall bekannt geworden – ein 64-jähriger Steirer soll seine Ehefrau mit einem Gewehr erschossen haben.
Hilfe: Frauen, die Gewalt erleben, finden Hilfe bei der Frauen-Helpline unter 0800 222 555 (kostenlos, 24h) sowie beim Polizei-Notruf 133.
Credits: APA
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