Ein erschütternder Gerichtsprozess um den brutalen Missbrauch einer 28-jährigen Lehrerin wirft ein grelles Licht auf das Ausmaß der Jugendkriminalität in Wien. Während der Prozess fortschreitet, kommen nicht nur schockierende Details zur Tat selbst ans Licht, sondern auch über das weitverzweigte kriminelle Netzwerk, das mutmaßlich dahintersteckt.
Ein Albtraum nimmt seinen Lauf
Der Prozess, der am 15. Oktober fortgesetzt wird, richtet sich gegen drei Hauptangeklagte: einen 15-jährigen Iraker, einen 17-jährigen Rumänen und einen 15-jährigen Afghanen. Sie befinden sich derzeit in Untersuchungshaft. Wie oe24.at berichtet, wurde die Öffentlichkeit zwar größtenteils vom Verfahren ausgeschlossen, es sickerte jedoch durch, dass die Angeklagten die schwerwiegendsten Vorwürfe gegen sich bestreiten.
Die Beschuldigten weigern sich demnach, die Vergewaltigung, Einschüchterung und massive Bedrohung der Lehrerin zu gestehen. Stattdessen geben sie lediglich „Kleinigkeiten“ zu, wie den Handel mit Ecstasy und Cannabis, bestreiten aber, die Pädagogin damit betäubt zu haben. Auch Diebstahl und Einbruch in ihrer Wohnung werden nicht geleugnet, doch mit der anschließenden Brandstiftung will keiner von ihnen etwas zu tun gehabt haben. Die Liste der Anklagepunkte gegen den Hauptangeklagten ist lang und umfasst unter anderem schwere Erpressung, Vergewaltigung, sexuellen Missbrauch einer wehrlosen Person, geschlechtliche Nötigung und Brandstiftung.
Von einvernehmlichem Kontakt zu systematischer Erpressung
Das Martyrium der Lehrerin begann, nachdem sie im Frühjahr 2024 eine einvernehmliche Beziehung mit einem ehemaligen Schüler einging, der sie auf Instagram kontaktiert hatte. Dieser soll seinen Freunden anschließend von der Begegnung erzählt haben. Laut Anklage nutzte diese Gruppe Jugendlicher das Wissen, um die Frau zu erpressen und sich systematisch an ihr zu vergehen. Um ihr Opfer einzuschüchtern, sollen sie ihr grausame Videos geschickt haben, darunter eines, das zeigt, wie sie einem Hasen mit einer Machete den Kopf abschlagen.
Die „Liesinger Gang“: Bis zu 80 Mitglieder stark
Während des Prozesses enthüllte die Staatsanwältin, dass die sieben Angeklagten der sogenannten „Liesinger Gang“ angehören. Wie oe24.at berichtet, handelt es sich dabei um eine Bande, die ausschließlich aus jungen männlichen Migranten besteht und auf eine Stärke von 70 bis 80 Mitgliedern geschätzt wird. Ihre mutmaßlichen kriminellen Aktivitäten umfassen fast jedes erdenkliche Delikt, vom Raub von Taschengeld und E-Scootern bis hin zu Schlägereien, Vandalismus und gefährlichen Drohungen.
Vier der aktuellen Angeklagten sind vorbestraft, einer davon sogar mehrfach. Die Verteidiger versuchen, die Schwere der Vorwürfe herunterzuspielen. Zum Vorwurf der Bildung einer kriminellen Vereinigung bezeichnen sich die Angeklagten lediglich als „Jugendgruppe“, die sich gelegentlich zum Eislaufen traf und nur wegen Ruhestörung „Polizeiprobleme“ gehabt habe. Dies steht in krassem Gegensatz zu der brutalen Realität, die von der Anklage präsentiert wird.
Credits: APA
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