Mehrheit für Kanzler Kickl: 53 Prozent wollen FPÖ-Chef als Regierungschef

Mehrheit für Kanzler Kickl: 53 Prozent wollen FPÖ-Chef als Regierungschef

Eine neue Unique-Research-Umfrage zeigt: Mehr als die Hälfte der Österreicher würde Kickl nach einem FPÖ-Wahlsieg als Kanzler akzeptieren – doch die Lager könnten kaum unterschiedlicher sein.

Klare Mehrheit – aber tief gespalten

Wie heute.at unter Berufung auf eine aktuelle Unique-Research-Erhebung berichtet, sprechen sich 53 Prozent der Befragten dafür aus, dass die FPÖ bei einem Wahlsieg an der nächsten Nationalratswahl die Regierung führen und Herbert Kickl Bundeskanzler werden soll. 44 Prozent lehnen das ab, vier Prozent haben keine Meinung. Die Umfrage wurde telefonisch und online vom 15. bis 18. Juni unter 819 Österreichern durchgeführt, die maximale Schwankungsbreite beträgt ±3,4 Prozent.

Besonders auffällig ist die Polarisierung: 36 Prozent der Befragten wollen Kickl „selbstverständlich“ als Kanzler – 33 Prozent lehnen das „auf keinen Fall“ ab, wie heute.at schildert.

98 Prozent der FPÖ-Wähler wollen ihren Chef

Unter den FPÖ-Sympathisanten herrscht nahezu Einigkeit: 98 Prozent befürworten Kickl als Regierungschef, wie heute.at berichtet. Lediglich zwei Prozent der eigenen Wählerschaft lehnen das „eher“ ab – ein statistisch vernachlässigbarer Wert, aber ein bemerkenswertes Signal.

Alle anderen dagegen

Ein völlig anderes Bild zeigt sich bei den Wählern der übrigen Parteien, wie heute.at schildert. Am entschiedensten gegen Kickl als Kanzler sind die NEOS-Wähler mit 80 Prozent Ablehnung. Grünen-Sympathisanten folgen mit 77 Prozent dagegen – und mit dem höchsten Anteil an vehementen Gegnern: 68 Prozent wollen Kickl „auf keinen Fall“ als Kanzler. ÖVP-Wähler lehnen einen Kanzler Kickl zu 66 Prozent ab, SPÖ-Anhänger zu 63 Prozent.

Hintergrund: FPÖ bei 36 Prozent

Die Frage nach dem Kanzler Kickl ist nicht hypothetisch. In der aktuellen Sonntagsfrage von Unique Research für heute.at liegt die FPÖ mit 36 Prozent auf einem historischen Höchststand, wie heute.at bereits berichtete. Die ÖVP erreicht 22 Prozent, die SPÖ liegt mit 18 Prozent sogar unter ihrem historischen Tiefstwert von der Nationalratswahl 2024. Die nächste Nationalratswahl ist spätestens 2029 fällig.

EINORDNUNG DER REDAKTION
Die 53 Prozent für Kanzler Kickl sind auf den ersten Blick eine starke Zahl – müssen aber methodisch eingeordnet werden. Die Frage lautet: Falls die FPÖ die Wahl gewinnt, soll Kickl Kanzler werden? Das setzt einen hypothetischen Wahlsieg voraus, der noch aussteht. Viele der 53 Prozent dürften schlicht die logische Konsequenz eines FPÖ-Sieges befürworten, ohne dezidierte Kickl-Fans zu sein. Die eigentlich aussagekräftigere Zahl ist die Polarisierung: 36 Prozent wollen ihn „selbstverständlich“, 33 Prozent „auf keinen Fall“ – ein Spiegelbild einer tief gespaltenen Gesellschaft, in der Kickl die eine Hälfte begeistert und die andere abstößt.

Credits: Parlamentsdirektion /​ Thomas Topf

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