Das Jahr 2024 endet für die BMW-Tochter MINI mit einem dicken Minus. Rund 50.000 Fahrzeuge weniger wurden im Vergleich zu 2023 verkauft – ein Einbruch um 17,1 Prozent. Besonders dramatisch ist die Lage auf dem deutschen Markt, wo die Neuzulassungen sogar um 29,1 Prozent zurückgingen. Produktionsprobleme, fehlerhafte Bremsen und Auslieferungsstopps haben der Marke schwer zugesetzt. Auch der Übergang zu neuen Modellen verlief holprig, berichtet das Manager Magazin.
Einen weiteren Stolperstein hat sich MINI mit der Einführung des sogenannten Agenturmodells selbst gelegt. Anstatt Fahrzeuge wie gewohnt über Händler zu verkaufen, können Kunden diese jetzt direkt online bestellen. Die Händler agieren nur noch als Vermittler und erhalten eine feste Provision. Eigentlich sollte dieses Modell Rabattschlachten verhindern und die Gewinnmargen verbessern – doch in der Praxis hagelt es Kritik.
Cabrio? Vom Winde verweht
Händler klagen über niedrigere Provisionen, Kunden über technische Probleme und komplizierte Abläufe. Besonders drastisch zeigt sich die Misere in Frankreich und Italien, wo die Verkäufe nach der Einführung des Modells um mehr als 30 Prozent eingebrochen sind. Auch in Deutschland „rumpelt“ es kräftig, so ein führender MINI-Händler. Eine weitere Enttäuschung: MINI hat Pläne für ein elektrisches Cabrio auf Eis gelegt. Ursprünglich für 2027 angekündigt, wurde das Projekt aufgrund der rückläufigen Nachfrage nach Elektroautos gestrichen. Dabei hatte MINI zuletzt bei E-Autos sogar Erfolge gefeiert – ein Widerspruch, der Fragen aufwirft.
BMW zögert beim Vertriebssystem
Was bedeutet das für die Zukunft? Laut Brancheninsidern will BMW das Agenturmodell ab 2026 auch auf die Kernmarke ausweiten. Doch angesichts der MINI-Probleme mehren sich Zweifel, ob das sinnvoll ist. Ein „Desaster wie bei MINI“ will die Konzernspitze offenbar unbedingt vermeiden. MINI, einst ein Garant für Lifestyle und Fahrspaß, steht am Scheideweg. Ob die Marke den Weg aus der Krise findet, bleibt abzuwarten. Klar ist: Der britische Charme allein reicht nicht mehr aus, um die Kunden zu überzeugen.
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