Es scheint, als käme die Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ) nicht zur Ruhe. Während nach außen hin Geschlossenheit demonstriert wird, rumort es hinter den Kulissen gewaltig. Offiziell gilt Andreas Babler als gesetzt für den kommenden Parteitag im März. Doch wie aktuelle Berichte zeigen, formiert sich im Hintergrund weiterhin Widerstand gegen den Parteichef.
Die offizielle Linie: Alles auf Schiene?
Auf dem Papier sieht die Situation für Andreas Babler stabil aus. Wie oe24 berichtet, ist derzeit niemand in der Partei bereit, öffentlich und vor laufenden Kameras Zweifel an Bablers Kandidatur zu äußern. Der Plan steht: Am 7. März soll Babler beim Parteitag in der Wiener Messe als einziger Kandidat antreten.
Erst kürzlich versuchte Babler, diese Position zu festigen. Bei einer Klausur im heimatlichen Gumpoldskirchen versammelte er das rote Regierungsteam und fast alle Landesparteichefs um sich. Offiziell standen Themen wie der Kampf gegen die Teuerung und die Stärkung des Gesundheitssystems auf der Agenda. Inoffiziell ging es jedoch vor allem um eines: den Schulterschluss der Partei. Babler konnte im Anschluss verkünden, er sitze „fest im Sattel“, und Teilnehmer beschrieben die Sitzung laut oe24 sogar als eher ereignislos.
Der Widerstand im Hintergrund
Doch der Schein der Harmonie könnte trügen. Bablers Gegner haben den Kampf keineswegs aufgegeben. Kritiker innerhalb der Partei sind der Ansicht, dass der aktuelle Vorsitzende keine echte Mehrheit hinter sich hat. Zwar waren bei der Klausur viele Landeschefs anwesend – mit Ausnahme von Hans Peter Doskozil (Burgenland) und Max Lercher (Steiermark) – doch der Rückhalt sei brüchig. Wie oe24 berichtet, wird gemunkelt, dass bis auf Wiens Bürgermeister Michael Ludwig in Wahrheit fast alle Landesgruppen skeptisch bis ablehnend gegenüber Babler eingestellt sind.
Die Sorge der Kritiker ist fundamental: Sie befürchten, dass Babler „die Partei in den nächsten Jahren zerstören“ werde, wie ein Insider gegenüber oe24 formulierte. Besonders in den Bundesländern, in denen 2027 Wahlen anstehen, herrscht offenbar Nervosität.
Der Valentinstag als Schicksalstag?
Die Gegner Bablers scheinen einen konkreten Zeitplan zu verfolgen. Demnach wollen sie dem Parteichef keine Zeit mehr lassen. Ein entscheidendes Datum könnte der 13. Februar sein, wenn der SPÖ-Vorstand den Parteitag vorbereitet. Just einen Tag vor dem Valentinstag soll der Plan der Rebellen aufgehen: Der Parteivorstand könnte mit einfacher Mehrheit einen Gegenkandidaten nominieren.
Als Hoffnungsträger der Babler-Kritiker wird dabei immer wieder ein Name genannt: Ex-Kanzler Christian Kern. Die Rebellen, die vor allem in der Steiermark, Kärnten, Oberösterreich und Niederösterreich vermutet werden, hoffen darauf, Kern noch für eine Kandidatur gewinnen zu können.
Das Zünglein an der Waage
Es gibt jedoch ein gewichtiges Hindernis für diesen Plan. Wie oe24-Insiderin Isabelle Daniel berichtet, knüpft Christian Kern eine mögliche Kandidatur an eine klare Bedingung: die Unterstützung durch die mächtige Wiener SPÖ unter Michael Ludwig. Und genau hier liegt derzeit der Knackpunkt. Ludwig hält momentan „eisern“ zu Andreas Babler.
Die kommenden Wochen bis Anfang Februar werden also entscheidend sein. Gelingt es den Kritikern, die Stimmung zu drehen und auch die Wiener Genossen von einem Wechsel zu überzeugen? Oder bleibt Babler fest im Sattel? Fest steht: Die Ruhe in der SPÖ ist derzeit wohl nur die Ruhe vor dem nächsten möglichen Sturm.
Credits: APA
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