Mehr als die Hälfte davon im eigenen Kühlschrank: Rund 1,175 Millionen Tonnen Lebensmittel werden in Österreich jedes Jahr weggeworfen. Pünktlich zum Internationalen Tag gegen Lebensmittelverschwendung am 29. September setzt das Landwirtschafts- und Umweltministerium nun auf eine Kampagne mit viel Nostalgie.
Der größte Teil fällt zu Hause an
Die Daten erhebt das Umweltbundesamt im Auftrag des Ministeriums, seit 2020 werden sie jährlich an die EU-Statistikbehörde Eurostat gemeldet. Wie „Heute“ unter Berufung auf die aktuellen Zahlen berichtet, entfallen mit 629.353 Tonnen mehr als die Hälfte aller Lebensmittelabfälle auf private Haushalte. Davon gelten 337.646 Tonnen als vermeidbar – also Essen, das noch genießbar gewesen wäre. Umgerechnet wirft jeder Österreicher laut Ministerium rund 69 Kilogramm pro Jahr zu Hause weg, 37 Kilogramm davon unnötig. Der finanzielle Verlust liegt bei rund 400 Euro pro Person und Jahr.
Handel, Gastro, Produktion
Die übrigen Mengen verteilen sich über die gesamte Kette. Beim Außer-Haus-Konsum, also etwa in Restaurants und Kantinen, fallen 228.418 Tonnen an, in der Be- und Verarbeitung 234.863 Tonnen, im Handel 71.275 Tonnen und in der landwirtschaftlichen Produktion 11.297 Tonnen. Insgesamt wären laut den Daten 568.831 Tonnen vermeidbar gewesen, also knapp die Hälfte. Pro Kopf gerechnet kommt Österreich auf rund 130 Kilogramm und liegt damit etwa im EU-Schnitt von 129 Kilogramm. Gegenüber 2020 ist die Gesamtmenge leicht gesunken, um rund drei Prozent.
Humor statt Verbote
Die neue Initiative „Mach’s wie Oma: Rette Lebensmittel!“ richtet sich gezielt an 18- bis 30-Jährige. Statt auf Verbote setzt das Ministerium laut oe24 auf Humor, Hausverstand und Nostalgie – auf den Sujets sind etwa Einmachgläser mit Kompott oder ein klassischer Einkaufszettel zu sehen. Auf der Plattform rette-lebensmittel.at gibt es Restl-Rezepte und Tipps für den Alltag.
„Nicht in den Mistkübel“
Minister Norbert Totschnig (ÖVP) bringt die Botschaft auf eine einfache Formel: „Lebensmittel gehören auf den Teller, nicht in den Mistkübel.“ Wer Lebensmittel rette, schütze Ressourcen, zeige Wertschätzung für die Arbeit der Bäuerinnen und Bauern „und spart bares Geld“.
Credits: Paul Gruber
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