Ludwig zum 1. Mai: „Alle Bezirke rot – das ist ein Auftrag“

Ludwig zum 1. Mai: „Alle Bezirke rot – das ist ein Auftrag“

Der Wiener Rathausplatz zeigte sich am heutigen Tag der Arbeit wieder in kräftigem Rot: Zehntausende Unterstützerinnen und Unterstützer versammelten sich zum traditionellen Maiaufmarsch der Wiener SPÖ. Die Stimmung war entschlossen, optimistisch – und vor allem geprägt von einem klaren politischen Anspruch: Wien als soziale, offene und demokratische Modellstadt Europas.

Unter dem Motto „Wir in Wien halten zusammen“ präsentierte sich die Wiener SPÖ als geschlossene Kraft. Die Veranstaltung stand im Zeichen des Erfolgs bei der vergangenen Gemeinderatswahl, bei der die Sozialdemokratie in allen 23 Bezirken Wiens als stärkste Partei hervorging. Bürgermeister Michael Ludwig erinnerte in seiner Ansprache mit Nachdruck daran: „Ich habe am Wahlabend auf den Stadtplan geschaut – alle Bezirke rot. Das ist nicht selbstverständlich, das ist ein Auftrag.“

Ludwig nutzte die Bühne nicht nur zur Bilanz, sondern auch zur programmatischen Ansage. Wien, so der Bürgermeister, werde weiterhin ein Gegenmodell zu autoritären Strömungen darstellen. Die Stadt sehe sich als „Hochburg der Sozialdemokratie Europas“ und wolle soziale Sicherheit mit ökologischer Modernisierung verbinden. Geplant sind unter anderem massive Investitionen in das Gesundheitssystem, der Bau von 22.000 geförderten Wohnungen und der konsequente Weg in Richtung Klimaneutralität.

Ein deutliches politisches Signal setzte Ludwig mit der Absage an jede Zusammenarbeit mit der FPÖ: „Keine Koalition mit der FPÖ – das ist für uns nicht verhandelbar.“ Der Satz wurde mit großem Applaus aufgenommen. Die Wiener SPÖ positionierte sich damit klar gegenüber einer möglichen Rechtsverschiebung auf Bundesebene.

Auch SPÖ-Bundesparteichef und Vizekanzler Andreas Babler trat auf. In seiner Rede lobte er die SPÖ Wien für ihre Stabilität und stellte bundespolitische Maßnahmen wie die Bankenabgabe und den Mietpreis-Stopp in den Vordergrund. „Unser Anspruch ist es, dass das Land besser wird“, sagte Babler – ein Satz, der wie ein verbindendes Leitmotiv über der gesamten Veranstaltung stand.

Die Teilnehmerzahl wird vielleicht von der SPÖ nachgereicht, die Landespolizeidirektion Wien will keine Daten dazu mehr veröffentlichen. Bekanntlich kam es einmal zu einem Eklat, als die SPÖ von 100.000 Teilnehmern sprach, es aber tatsächlich nur 2000 waren.

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