Beate Meinl-Reisinger, die sich gerne als moderne, bürgernahe Politikerin inszeniert, scheint in der Business-Class eine ganz eigene Definition von Bürgernähe gefunden zu haben – allerdings nur für jene, die sich teure Tickets leisten können. Während die Regierung den Bürgern Sparmaßnahmen predigt und viele Österreicher mit steigenden Lebenshaltungskosten kämpfen, gönnt sich die Außenministerin auf Kurzstreckenflügen den Komfort der Business-Class. Skopje, Luxemburg, Tel Aviv – die Destinationen mögen unterschiedlich sein, doch eines bleibt konstant: der hohe Preis, den die Steuerzahler für diese Exklusivität zahlen.
Natürlich gehört Reisetätigkeit zum Amt einer Außenministerin, und niemand erwartet, dass sie mit dem Nachtzug reist. Doch in einer Zeit, in der das Vertrauen in die Politik ohnehin auf einem Tiefpunkt ist, wirken solche Entscheidungen wie ein Schlag ins Gesicht der Bürger. Besonders pikant: Ihre Vorgänger reisten auf denselben Strecken noch sparsam in der Economy-Class. Meinl-Reisinger hingegen scheint sich lieber über den Wolken zu bewegen, weit entfernt von den Sorgen und Nöten der Menschen, die ihre Reisen finanzieren.
Es geht nicht nur um die Kosten – es geht um das Signal, das solche Ausgaben senden. Während Pensionisten um die volle Inflationsabgeltung kämpfen und Familien jeden Cent zweimal umdrehen müssen, scheint für Meinl-Reisinger der Spargedanke nicht einmal ansatzweise in der Luft zu liegen, durch die sie so gerne fliegt. Es ist diese Art von politischer Abgehobenheit, die das Vertrauen in die Politik erodiert. Wenn die Außenministerin nicht bald lernt, dass Glaubwürdigkeit und Bescheidenheit Hand in Hand gehen, könnte sie schneller auf dem Boden der politischen Realität landen, als ihr lieb ist – ihre Umfragewerte tun es bereits.
Credits: APA
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